Die verheerenden Unfälle im österreichischen Tauern-Tunnel und im Gotthardtunnel vor wenigen Jahren und die anschliessend notwendig gewordene Schliessung des Gotthardtunnels für die Restaurationsarbeiten blieben nicht ohne Folgen. Eine davon ist eine Verschärfung der Verordnung über den Transport gefährlicher Güter. Ab dem 1. Januar dieses Jahres gilt in allen ADR-Staaten, dies entspricht praktisch den EU-Ländern, eine neue Tunnelregelung betreffend Gefahrgüter. Diese legt fest, dass bestimmte entsprechend signalisierte Strassenstrecken von Fahrzeugen, die gefährliche Güter geladen haben, nicht mehr befahren werden dürfen.

Diese neue Tunnelverordnung, welche auch für die Schweiz gilt, hat weitreichende Auswirkungen auf den inländischen Strassengüterverkehr. So sind beispielsweise Transporte von Gefahrgütern durch die Tunnels Gotthard, San Bernardino, Landwasser, Mappo-Morettina TI und Grosser St. Bernhard, um die wichtigsten zu nennen, gänzlich verboten. Dies muss allerdings präzisiert werden: Gefährliche Flüssigkeiten, und zu ihnen zählt zum Beispiel auch Parfüm (da leicht entzündbar), können in ganz kleinen Fläschchen durchaus weiter transportiert werden. Die gleiche Menge Parfüm, allerdings in einem 50- oder 100-Liter-Behälter abgefüllt, darf nicht mehr befördert werden.

Freimenge noch erlaubt

In der nun gültigen Verordnung gelten einerseits verschiedene Gefahrenklassen sowie unterschiedliche Freimengen. Was nun konkret (noch) transportiert werden darf, hängt von der entsprechenden Klasse bzw. Freimenge ab. Der Hersteller der betroffenen Flüssigkeiten muss gegenüber dem Transportunternehmen das Gefahrengut entsprechend spezifizieren und auch das Transportfahrzeug muss entsprechend gekennzeichnet werden. Damit kann die Feuerwehr im Falle eines Brandes die richtigen Gegenmassnahmen ergreifen.

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Die neue Verordnung zwingt die Strassentransporteure, die nicht mehr erlaubten Gefahrengüter auf die Schiene zu verlagern. Wer hier über die entsprechenden Kapazitäten verfügt, ist im Vorteil. So etwa können die Transportfirmen Planzer AG, Galliker AG und Camion-Transport via ihren Cargo- Domizil-Service weiterhin Gefahrgüter durch die Schweiz transportieren. Auch Transporteure, welche Güter via kombinierten Verkehr befördern, wie etwa die Firma Schöni Transport, können weiterhin Gefahrgüter durch die Schweiz befördern.