Der französische Siemens-Rivale Alstom prüft nach einem schwachen ersten Halbjahr den Teilverkauf seiner Bahntechnik-Sparte. Bis Ende kommenden Jahres peilt der Hersteller von Energietechnik und Zügen an, durch die Trennung von einem Minderheitsanteil und von weiteren, kleineren Sparten ein bis zwei Milliarden Euro einzunehmen. Zudem sollen 1300 Stellen gestrichen werden. «Im derzeitigen Markt mit schwachem Wachstum müssen wir unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter verstärken», sagte Vorstandschef Patrick Kron.

Schwache Monate

In den Monaten April bis September habe das Geschäft vor allem in den Industrieländern gelahmt. In den Schwellenmärkten habe sich der Boom etwas abgekühlt.

Anzeige

Zuletzt musste Alstom einen herben Auftragseinbruch hinnehmen. Das Volumen der Neuaufträge sackte im ersten Geschäftshalbjahr um 22 Prozent auf 9,4 Milliarden Euro ab. Der Gewinn ging um drei Prozent zurück. Alstom hat ähnlich wie Siemens und ABB vor allem mit der Investitionsscheu von Kraftwerksbetreibern zu kämpfen, die ihr Geld angesichts mauer Konjunkturaussichten zusammenhalten. Kron reagiert mit Sparen. Die jährlichen Kosten sollen bis April 2016 um 1,5 Milliarden Euro sinken, die Umbaukosten dafür jährlich um 150 bis 200 Millionen Euro betragen. Für das laufende Geschäftsjahr hielt Kron an der Prognose fest, wonach der Gesamtumsatz bei stabiler Rendite leicht zulegen werde.

Oft gegen Siemens verloren

Im Bahngeschäft hatte Alstom zuletzt vor allem im Geschäft mit Nahverkehrszügen und Strassenbahnen im Wettbewerb mit Siemens häufig den Kürzeren gezogen, obwohl die Münchner wegen der Verzögerung der neuen ICE-Flotte selbst mit Problemen zu kämpfen haben.

(reuters/chb/aho)