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Arbeitsmarkt
Alstom kürzt in der Schweiz 1300 Jobs

Alstom streicht in der Schweiz 1300 Stellen. US-Konzern General Electric setzt damit nach der Übernahme den befürchteten Sparkurs um. Der Job-Wegfall fällt stärker aus, als bisher angenommen.

Veröffentlicht am 13.01.2016

Der französische Industriekonzern Alstom will in der Schweiz bis zu 1300 Stellen abbauen. Betroffen sind Baden, Birr, Turgi und Oberentfelden, teilte der Konzern am Montag in einem Communiqué mit. Eine Schliessung von Standorten ist nicht vorgesehen.

Die Restrukturierung steht in Zusammenhang mit der Übernahme der Alstom-Energiesparte durch den US-Konzern General Electric (GE). Der Mutterkonzern will innert zwei Jahren 6500 Stellen in Europa abbauen. GE hatte im November für 9,7 Milliarden Euro die Energiesparte von Alstom übernommen. Alstom ist der grösste private Arbeitgeber im Kanton Aargau.

Ursprünglich sollten keine Arbeitsplätze wegfallen

Mit den jetzt geplanten Massnahmen sollen die Probleme der ehemaligen Alstom-Betriebe behoben und diese auf effiziente Weise in die Struktur von GE integriert werden, teilt GE Schweiz am Mittwoch mit.

Der Jobabbau in der Schweiz fällt mit 1300 Stellen schwerer aus als bisher erwartet. Ursprünglich hiess es, es sollten keine Arbeitsplätze wegfallen. Nach Gesprächen mit der Alstom-Spitze im Sommer hatte Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann noch zugesichert, es seien keine Kürzungen geplant.

Auch in Deutschland und Frankreich Jobs gekürzt

Die Gewerkschaft Unia fürchtete vor dem Kauf durch GE einen Wegfall von rund 10 Prozent der Jobs. Das wären rund 600 Arbeitsplätze angesichts von gut 6000 Mitarbeitern in der Schweiz gewesen. Jetzt sind es mehr als doppelt so viele. Immer wieder stand zur Debatte, ob GE das lukrative Gasturbinengeschäft aus Baden nach Frankreich verlegt.

Die Übernahme war eine langwierige Angelegenheit. GE musste Zugeständnisse machen, um die Zustimmung der EU-Wettbewerbsbehörden zu erhalten. Damit die französische Regierung Subventionen bewilligte, sagte GE ausserdem den Aufbau von 1000 Arbeitsplätzen inner drei Jahren in Frankreich zu. An dieser Zusage wolle der Konzern festhalten, sagte Unternehmenssprecher Renaud Petitjean. Dennoch zunächst 765 Jobs in Frankreich und 1700 in Deutschland gestrichen.

Nach Abschluss der Übernahme der Alstom-Sparte vergangenen November beschäftigt der neue Energiebereich von GE Unternehmensangaben zufolge in 120 Ländern 65’000 Mitarbeiter.

(me, mit Material von sda, awp, reuters und bloomberg)

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