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Alstom: Schneider-Ammann zeigt sich betroffen

Schneider-Ammann: Der Bundespräsident zeigt gewisses Verständnis für den Abbau. Keystone

Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Der Kauf der Alstom-Energiesparte durch GE kostet 1300 Schweizer Stellen. Alstom-Mutterland Frankreich kommt glimpflich davon. Schneider-Ammann zeigt sich betroffen.

Veröffentlicht am 13.01.2016

Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann hat am Dienstagabend vom geplanten Stellenabbau bei der ehemaligen Alstom-Sparte von General Electric erfahren. Er zeigte sich betroffen, hat aber auch ein gewisses Verständnis für den Entscheid. Nach Gesprächen mit der Alstom-Spitze im Sommer hatte Schneider-Ammann noch zugesichert, es seien keine Kürzungen geplant.

Inzwischen hätten sich die Märkte verändert, die Rahmenbedingungen seien nicht mehr die gleichen, sagte er am Mittwoch gegenüber Journalisten in Bern. «So gesehen muss man ein gewisses Verständnis haben.»

Schneider-Ammann hofft auf Schweizer Vorteile

Für die Betroffenen in den Unternehmen sei das jedoch dramatisch. Der Bundespräsident hofft nun, dass der Schaden für den Standort Schweiz in Grenzen gehalten werden kann. Dafür brauche es nun Gespräche der Sozialpartner. Er werde die Unternehmensführung weiterhin auf die Vorteile der Schweiz hinweisen.

General Electric und Alstom müssten erkennen, dass die Schweiz die beste Berufsbildung habe, den liberalsten Arbeitsmarkt und die intakteste Sozialpartnerschaft, sagte Schneider-Ammann. «Ich hoffe, dass viele Aktivitäten in der Schweiz bleiben, weil man zur Einsicht kommt, dass man gemeinsam kompetitiv ist.» Aber letztlich seien es die Firmen, die im Markt stünden und ihre Strategie festlegen müssten.

Frankreich wird geschont

Den Vorwurf der Gewerkschaften, die Schweiz habe im Gegensatz zu Frankreich zu wenig für den Standort lobbyiert, lässt er nicht gelten. Die Unternehmen hätten Wort gehalten, indem sie zwei europäische Headquarters in die Schweiz verlegt hätten, sagte er. Im Gegensatz zur Schweiz fällt der Stellenabbau in Frankreich viel kleiner aus: Im Mutterland von Alstom werden 765 Jobs gestrichen.

Im Zuge der Übernahme hatte GE versprochen, in Frankreich letztlich tausend neue Jobs zu schaffen. An diesem Ziel werde trotz der nun beschlossenen Kürzungspläne festgehalten, sagte ein GE-Sprecher. Europaweit sollen demnach 6500 der insgesamt 35'000 Jobs gestrichen werden.

Siemens ging leer aus

Der US-Konzern hatte sich die Alstom-Sparte 2014 nach einem spektakulären Bieterkampf gesichert. Der deutsche Gegenspieler Siemens blieb erfolglos. Die EU-Kommission als oberster Wettbewerbshüter in Europa genehmigte die Übernahme nur unter Auflagen.

(sda/reuters/mbü/ama)

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