Gesuche für die Finanzierung von Bauprojekten mit hohen Zersiedelungsgrad habeb bei der Alternativen Bank Schweiz (ABS) keine Chance - sie erhalten keine Hypothek. Das Messinstrument der ABS berücksichtigt, wie gross die Siedlungsfläche ist und wie stark sie gestreut ist, wie die ABS mitteilte. Bauprojekte in bereits dicht besiedelten Gebieten schneiden besser ab.

Zudem wird die Ausnutzung der Siedlungsfläche berücksichtigt, wie ABS-Mediensprecher Simon Rindlisbacher auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Gute Noten erhalten Ersatzneubauten oder Umnutzungen.

Ein Einfamilienhaus auf der grünen Wiese, das mit Strassen erschlossen werden muss, schneidet  hingegen schlecht ab. Das Instrument wird seit dem 1. Juni 2012 bei Vorabklärungen für Immobilienfinanzierungen eingesetzt.

Die ABS berücksichtigte die Zersiedelung bereits bisher. Mit dem Messinstrument will die ABS nun Liegenschaften, die der Zersiedelung Vortrieb leisten, im vorneherein ausschliessen. Das Berechnungsmodell wurde zusammen mit dem Expertenbüro Schwick+Spichtig entwickelt.

Minergie schützt nicht vor Zersiedelung

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Vor der Einsetzung des Messinstrumentes prüfte die ABS auch 100 bereits finanzierte Gebäude. Einige wenige schnitten dabei nicht gut ab, hielt Rindlisbacher fest. Dabei habe sich gezeigt, dass auch Minergie P kein Garant sei, dass es nicht zu Zersiedelung komme.

Grundsätzlich erhalte die Alternative Bank Schweiz jedoch eher wenige Gesuche für Einfamilienhäuser auf der grünen Wiese. Das Messinstrument soll zusätzliche Anreize schaffen, dass Flächen besser ausgenutzt werden.

(chb/aho/sda)