Das Aluminium-Unternehmen Superior Extrusion aus Michigan hat bei einem Bundesgericht in Detroit Klage gegen die US-Investmentbank Goldman Sachs und die Londoner Metallbörse (LME) eingereicht. Der Vorwurf: Beide Unternehmen beschränkten das Angebot an Aluminium und trieben dadurch die Preise für das Leichtmetall in die Höhe.

Sie sollen sich «wettbewerbsfeindlich und monopolistisch» verhalten und die Aluminiumpreise marktfeindlich beeinflusst haben, berichtet die Nachrichtenagentur Dow Jones.

Rechtsanwälte eingeschaltet

Wie der Mutterkonzern der LME, die Hong Kong Exchanges & Clearing, in einer Erklärung auf seiner Webseite mitteilte, seien wegen der Vorwürfe bereits Rechtsanwälte eingeschaltet. «Die erste Einschätzung des LME-Managements ist, dass die Klage unbegründet ist, und LME wird sie entschieden zurückweisen», heisst es dort.

Ähnlich äussert sich die betroffene Bank – und fügte hinzu, dass «die Aluminiumpreise seit ihrem Höchststand im Jahr 2006 um 40 Prozent gefallen sind».

Transporte zwischen eigenen Lagerhäusern

Die «New York Times» hatte vor zwei Wochen berichtet, wie eine Beeinflussung des Aluminiummarkts zu funktionieren scheint – ohne den Vorwurf rechtlicher Verstösse zu erheben. Die LME lizenziert Lagerhäuser für den Rohstoff und schreibt vor, dass aus einem Lager mindestens 3000 Tonnen pro Tag ausgeliefert werden müssen. Im Bericht hiess es damals, dass Goldman Sachs die Barren zwischen eigenen Lagerhäusern hin und her fuhr, um diese Regelung zu umgehen.

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Die Branche steht gerade unter besonderer Beobachtung: Marktaufseher untersuchen, ob Banken mit ihren Aluminium-, Öl- und anderen Rohstoffgeschäften möglicherweise Interessenskonflikte eingegangen sind. Goldman behauptet jedoch, sein Lagerhausgeschäft und seine Börsenhandelsaktivitäten seien strikt getrennt, so der Bericht.

(vst/aho)