Bei einer seiner seltenen Stippvisiten in Andermatt kommt Raymond Cron ins Schwärmen, sobald der einstige Baustellenchef und Bauunternehmer die Maschinen beobachten und erklären kann: «Wir liefern einen neuerlichen Tatbeweis.» Seit zwei Monaten laufen die weiteren Arbeiten für das Feriendorf von Samih Sawiris im Urserental, das ab dem Winter 2013/14 sukzessive eröffnet.

Golfplatz steht in drei Jahren

«Im Moment sind wir vor allem mit Tiefbau beschäftigt», sagt Cron. Für die diesjährigen Arbeiten am Luxushotel The Chedi, am 18-Loch-Golfplatz und am Podium, auf dem die Häuser und weitere Hotels entstehen, sind Aufträge für 60 Mio Fr. vergeben worden; 2009 waren es 15 Mio Fr. Zum Zuge kamen die lokalen Gesellschaften von Implenia und Strabag sowie der Schaffhauser Garten- und Sportplatzbauer Göldi. «Wir wollen die Wertschöpfung möglichst in der Region behalten.»

Die Orascom-Tochter Andermatt Swiss Alps hat sich bis Ende Jahr, sprich vor dem Baustopp aufgrund des Wintereinbruchs eine Reihe von Zielen gesetzt: Die Baugrube soll gesichert und Teile des Untergeschosses für The Chedi betoniert werden. Ebenfalls soll eine erste Etappe des Podiums erstellt werden, nachdem der Waffenplatz und die Deponie Eiboden saniert sind. Und das Gelände für den Golfplatz soll vorbereitet werden, damit der Rasen gesät sowie Mitte 2013 der Betrieb aufgenommen werden kann. Cron verrät: «Am 31. August 2010 findet in Andermatt die Grundsteinlegung für Andermatt Swiss Alps statt.»

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Bahnhof und Sport entwerfen

Im 2. Halbjahr definiert Andermatt Swiss Alps in Abstimmung mit der Gemeinde zudem das Angebot für das Ende 2013 betriebsbereite Sportzentrum und evaluiert den künftigen Betreiber. Ebenso wird gemeinsam mit der Matterhorn Gotthardbahn (MGB) die Neugestaltung des Bahnhofareals angegangen. Dereinst wird dieser Bereich Drehscheibe des öffentlichen Verkehrs und direkt an das Skigebiet angebunden. Cron ergänzt: «Bei uns sollen die Gäste nie mehr als 300 m zum nächsten Lift gehen müssen.» Die Amerikaner nennen dies «Ski in, Ski out».

Die Strategie für die Skigebietsentwicklung sieht den Zusammenschluss von Nätschen, Gütsch, Oberalp und Sedrun sowie einen massvollen Ausbau des Gemsstocks vor. Investiert wird in neue Bahnen, in die Erweiterung der Gastronomie und in zusätzliche Beschneiungsanlagen. Die Umsetzung erfolgt mit den bestehenden Betreibern: Die Andermatt Gotthardsportbahnen und die Sedrun Bergbahnen. Voraussetzung ist eine Anpassung des Richtplans.

Gleichzeitig wird laut Cron der vor zwei Monaten gestartete Immobilienverkauf vorangetrieben. Nachdem die ersten Wohnungen in den beiden ersten Häusern reserviert sind, werden die beiden nächsten Häuser für die Freigabe vorbereitet (siehe «Handelszeitung» Nr. 26 vom 30. Juni). Verkauft wird hierzulande nicht mehr nur im Showroom in Zürich, sondern auch im Infocenter in Andermatt.