Vor drei Jahren hat sich Michel Grand seinen Traum erfüllt: Er hat sich in Monaco für ein MBA-Studium mit Vertiefung in Luxury Goods an der Universität des Fürstentums eingeschrieben. Damals hatte der heute 37-Jährige bereits sechs Jahre Erfahrung als Manager und Direktor in der Luxushotellerie in verschiedenen Kontinenten. Zudem hatte er bei Gate Gourmet in Grossbritannien und Skandinavien neue Projekte entwickelt.

Während seines letzten, mehr als zwei Jahre dauernden Engagements bei Gate Gourmet in Norwegen reifte sein Entschluss, in Monaco zu studieren - dabei sollte die Luxusbranche ein grosses Gewicht im Programm darstellen.

Monaco statt Essec bei Paris

In Frankreich gab es zwar noch die Essec bei Paris mit einem Luxus-Modul, das Michel Grand jedoch als zu schwergewichtig empfand. «Ich wollte das komplette Wissen aus generalistischer Sicht und die Spezialisierung für Luxusprodukte», erzählt er. Und so fuhr er 2007 an die Mittelmeerküste mit all seinem Ersparten, das für das 18 Monate dauernde Studium und den Aufenthalt ausreichen sollte.

Monaco bzw. Monte Carlo sind noch heute die prestigeträchtigsten Plätze Europas, wo das meiste Geld für Luxus ausgegeben wird: Uhren und Schmuck, Galerien und Antiquitäten, Nobelherbergen und Luxusimmobilien sowie Finanzberatung, die auf die reichsten Gäste warten.

Die Universität Monaco bietet kleine Klassen - Grand erlebte diese Intimität und Nähe zu den Professoren als bereichernd, der Dialog sei viel einfacher und stärker, man könne immer fragen und damit würde sich die Leistung steigern, erinnert er sich noch heute begeistert. Tief sitzt bei ihm ebenfalls die Erinnerung an einige Vorlesungen mit dem Management-Guru Michael Porter.

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Das Programm Mentorship ist ein Herzstück der Ausbildung. Jedem Studenten steht ein Mentor zur Verfügung, aus Monaco oder anderswo. «Mir eröffnete dies Möglichkeiten, Zugang zu den Leuten aus der Industrie zu bekommen, die wiederum Leute kannten und inspirierende Ideen hatten oder gemeinsam verfolgten.»

Etwa Michel Jordi als Mentor

Grand hatte Glück: Er hatte gleich drei Mentoren - ein englischer Industrieller, ein Formel-1-Rennstallbesitzer und Michel Jordi aus Nyon. Für ihn sei die Begegnung mit Jordi aussergewöhnlich gewesen, sagt Grand. Schliesslich wusste der alles über die Branche, hat alle Phasen des Erfolgs und Misserfolgs durchlebt und stellt heute wieder hochpreisige Luxusuhren im Ethno-Look her. Jordi inspirierte Grand, während des Studiums ein Uhrenprojekt zu entwickeln. Weil Monaco jährlich ein Entrepreneur-Forum organisiert, präsentierte er dort einen Businessplan, doch die einsetzende Wirtschaftskrise blockierte erst einmal die Idee - es ging um ein spannendes Revival der Taschenuhr.

Dass er heute für Enomatic bei Provins Valais als Director of Sales & Development luxuriöse Behälter für teure Weine aus edlem satiniertem Stahl in der Schweiz, Liechtenstein, Österreich und Deutschland verkauft, ist nicht das Ende seiner Träume, nur muss er den richtigen Moment abwarten. Auch das hat er in Monaco gelernt.