Wenn am kommenden Samstag wieder Tausende Investoren und Aktionäre der Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway an den Lippen der Investmentlegende Warren Buffett und seines Stellvertreters Charles Munger hängen werden, ist bei dem auch als «Woodstock für Kapitalisten» bekannten Treffen eines verboten: Mitschnitte.

Damit ist persönliche Anwesenheit ein Muss, was die Kosten für Flüge nach und Hotels in Omaha im US-Bundesstaat Nebraska nach oben treibt. Die von Buffett getroffene Regelung offenbart den Spielraum, den börsennotierte Gesellschaften bei der Gestaltung ihrer Hauptversammlung haben.

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«Es gibt keine rechtliche Verpflichtung, eine Mitschrift zur Verfügung zu stellen, oder Mitschnitte einer ansonsten öffentlichen Veranstaltung zu gestatten», sagte Joseph Grundfest, Professor an der Stanford Law School und ehemals Mitglied der US-Börsenaufsicht SEC.

Andere Firmen, andere Sitten

Börsennotierte Unternehmen sind laut ihren Satzungen sowie der Gesetzgebung der US-Bundesstaaten verpflichtet, einmal jährlich Treffen mit ihren Aktionären durchzuführen. Die Bandbreite des Veranstaltungsformats und der Kommunikationskanäle ist breit gestreut.

Microsoft, Wal-Mart und Exxon Mobil etwa übertragen ihre Hauptversammlung ins Internet und archivieren die Aufzeichnungen für ihre Aktionäre und die Öffentlichkeit. American Airlines hält das Treffen in den New Yorker Büros der Anwaltskanzlei Latham & Watkins ab.

Der US-Versicherer MetLife wiederum untersagt der Presse und der weiteren Öffentlichkeit die Teilnahme an der Sitzung und teilt mit, die Hauptversammlung sei lediglich Aktionären vorbehalten. So zugeknöpft gibt sich Berkshire Hathaway nicht: Eine Zutrittskarte ist auf der Handelsplattform Ebay für fünf Dollar zu haben.

(bloomberg/ise/chb)