Der Schweizer Autohändler Amag rüstet sich für die Zukunft. Ein neuer Geschäftsbereich soll zusammen mit Universitäten und Jungunternehmer neue Lösungen für Mobilität entwickeln. Der Verbrennungsmotor wird aber noch lange nicht aussterben, wie Amag-Chef Morten Hannesbo feststellt.

Der Abgasskandal führte dazu, dass der VW-Konzern vermehrt auch auf andere Formen der Mobilität setzt. Dies betrifft auch den Schweizer VW-Importeur Amag. Ein vom Tagesgeschäft losgelöster Geschäftsbereich soll deshalb an neuen Ideen forschen. Dafür sei man mit der ETH in Kontakt und Partner der Swiss Startup Factory, sagte Amag-Chef Hannesbo in einem Interview mit der «Aargauer Zeitung».

Trend zu Carsharing und E-Technologie

Die Abteilung zählt aktuell zwei, soll aber bald auf vier bis sechs Mitarbeiter anwachsen. In den nächsten fünf Jahren werde viel geschehen, stellt der Amag-Chef fest. So könnten künftig lokale Buslinien autonom fahren. Zum Beispiel vom Parkhaus zum Flughafen oder vom Bahnhof in die Stadt, wie bereits ein Projekt in Sitten gezeigt hat. Denkbar seien auch Lösungen, dass das Auto autonom parken gehe.

Zudem werde sich der Trend hin zu Carsharing und Elektrofahrzeuge weiter fortsetzen, erwartet Hannesbo. Die E-Technologie entwickle sich rasch. Nachteile würden verschwinden. Dazu brauche es noch eine Lösung für die Ladeinfrastruktur. Dazu müssten VW, die Politik und die klassischen Tankstellenbetreiber und Stromanbieter zusammen spannen. Tesla habe hier aber schon gute Vorarbeit geleistet.

Anzeige

Schweizer wollen «eierlegende Wollmilchsau»

Allerdings will der Schweizer Kunde auch im Winter längere Strecken befahren, wie der Amag-Chef erklärt. Die Ansprüche seien sehr hoch. Das sehe man auch am sehr hohen Anteil an Allradfahrzeugen. «Der Schweizer will die eierlegende Wollmilchsau, sonst warte er ab», stellt Hannesbo fest. Bis die Elektroautos soweit seien, werde man dies mit Carsharing abfangen können.

Bis im Jahr 2025 plant Amag rund ein Viertel der Autos mit Elektromotoren zu verkaufen. Der Verbrennungsmotor wird aber nur langsam zurückgehen, davon ist Hannesbo überzeugt. Im letzten Jahr sei der Diesel sogar nochmals beliebter geworden. Gerade in einem SUV, einer Mischung aus Geländewagen und Limousine, oder für Anhänger setzten Kunden nach wie vor auf einen Dieselmotor. Allerdings müsse man die Technologie so machen, dass sie «absolut sauber» sei.

Umsatz gesteigert

Trotz des VW-Dieselskandals steht der Autohändler sehr gut da. Im vergangenen Jahr konnte Amag mit den Marken Volkswagen, Audi, Skoda und Seat den Umsatz um 150 Millionen auf 4,55 Milliarden Franken steigern. Der Personalbestand erhöhte sich um 213 auf 5573 Mitarbeitende.

(sda/cfr/jfr)