Im Streit um eine Tarifbindung beim Online-Versandhändler Amazon droht die Gewerkschaft Verdi mit unbefristeten Streiks. «Wir werden den Druck erhöhen. Schon in den kommenden Tagen wird wieder gestreikt», sagte der hessische Gewerkschaftssekretär und Verhandlungsführer Heiner Reimann in der «Bild»-Zeitung.

Bewege sich Amazon dann nicht, werde Verdi die Beschäftigten auffordern, die Arbeit unbefristet niederzulegen.

Verdi fordert von dem Internet-Kaufhaus eine Bezahlung, die dem Branchen-Tarifvertrag des Einzel- und Versandhandels entspricht. Die Unternehmensführung lehnt eine solche Tarifbindung bisher ab. Das US-Unternehmen orientiert sich an der niedrigeren Bezahlung in der Logistikbranche. Laut Verdi gibt es kein Urlaubs- und kein Weihnachtsgeld, zudem werden Nachtarbeitszuschläge erst ab Mitternacht gezahlt.

Der weltgrösste Onlinehänlder betreibt in Deutschland 9000 Mitarbeitende in insgesamt acht Logistik- und Versandzentren, zwei Kundenzentren sowie eine Zentrale in München. Am grössten deutschen Amazon-Standort Bad Hersfeld arbeiten rund 3300 Menschen, in Leipzig sind es rund 2000 Mitarbeiter.

(vst/rcv)