Wie würde das glitzernde Cocktailkleid auf der Tanzfläche der Gala aussehen? Für diese brennende Frage vor dem Garderobenspiegel hat Amazon jetzt eine patentierte Technologie entwickelt: Den «Blended-Reality-Display». Er bringt das Outfit in eine virtuelle Szene, die Benutzerin wird in der virtuellen Version des Kleides gleich mit angezeigt. Das berichtet das amerikanische Portal «GeekWire».

Der magische Spiegel ist eine Weiterentwicklung der «Echo-Look»-Kamera von Amazon, die derzeit auf Einladungsbasis als Style-Assistent vermarktet wird. Mit «Echo Look» können Benutzer ein Foto mit Hilfe des sprachgesteuerten «Alexa» AI-Assistenten von Amazon aufnehmen und anschliessend ein Blended-Reality-Fotos erstellen, welches den Nutzer in der Kleidung zeigt. 

Ausgeklügeltes System

Die neu patentierte Blended-Reality-Anzeige basiert auf einem System von Kameras, Projektoren, Displays, Spiegeln und Lichtern, die dem bewegten Bild in Echtzeit Pixelschichten hinzufügen. «Wenn der Benutzer sich im Spiegel betrachtet, sieht er eine Reflexion vom Spiegel der beleuchteten Objekte in der Szene und die übertragenen Bilder vom Anzeigegerät durch den Spiegel, wobei die übertragenen Bilder als Teil der reflektierten Szene wahrgenommen werden», sagen die Erfinder. 

Das übertragene Bild könnte beispielsweise eine Szene am Strand oder Tanzfläche zeigen. Das Bild wird verarbeitet, um den Nutzer in die Szene zu bringen, und möglicherweise virtuelle Kleidung - zum Beispiel einen Badeanzug oder dieses Cocktailkleid - auf den realen Körper zu legen. Face-Tracking-Sensoren und eine ausgeklügelte Software steuern das Display so weit, dass es aus jedem Winkel ein realistisches Mischbild ergibt, behaupten die Erfinder bei Amazon

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Pepper's Ghost Spiegeltrick

Der Effekt ist im Grunde genommen eine glorifizierte, hochauflösende High-Tech-Version des «Pepper's Ghost»-Spiegeltricks, der von Bühnenmagiern seit dem 19. Jahrhundert verwendet wurde. 

Es ist nicht klar, wie nah der Blended-Reality-Spiegel an der Realität ist und ob er tatsächlich als physisches Objekt wahrgenommen wird. Amazon macht es sich zur Gewohnheit, seine Patente erst dann zu kommentieren, wenn das Produkte fertig gestellt ist. Die letztjährige Einführung von «Echo Look» legt aber nahe, dass für den in Seattle ansässigen Onlinehändler Blended Reality nicht mehr nur Fantasie ist.

Die Möglichkeiten der Technik sind vielversprechend: So könnte man sich auch vorstellen, dass solche Blended-Reality-Spiegel in Schaufenstern von Fashion-Stores zum Einsatz kommen und man sich darin mit den ausgestellten Kleidern gleich selbst betrachten kann – anstatt die Schaufensterpuppe.