Ursprünglich hiess der Poster-Spruch «Keep Calm and Carry On» - daraus wurde «Keep Calm and Rape» oder «Keep Calm and Hit Her». Jetzt hat Amazon gemäss dem englischen Guardian den Verkauf der T-Shirts der US-Frma Solid Gold Bomb gestoppt.

Schuld daran war offenbar ein automatisierter Prozess, der aus einer Wörterbuchsoftware und anderen Online-Ressourcen die Slogans generiert hatte.

Algorithmus ist schuld

Mit dem Slogan «Keep Calm and Carry On» aus dem Jahre 1939 wollte die britische Regierung die Moral der Bevölkerung vor dem Hintergrund des drohenden Weltkrieg stärken. Der Spruch wird im angelsächsischen Raum auch heute oft zitiert und parodistisch verfremdet.

Die Software hat das Original - nebst vielen harmlosen Phrasen - zu Slogans wie «Keep Calm and Hit Her» oder «Keep Calm and Knife Her» abgeändert. Nun hat die Herstellerfirma die Kleider aus dem Sortiment genommen und ihr Chef hat eine Entschuldigung auf der Website platziert. Darin heisst es, die Slogans seien von einem Algorithmus automatisch generiert worden. Es sei nicht beabsichtigt gewesen, zu Gewalt aufzurufen. Solid Gold Bomb übernehme die volle Verantwortung und werde auch noch die letzten verbleibenden T-Shirts aus dem Sortiment entfernen.

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Todesdrohungen auf Twitter

Laut dem Guradian wurde Solid Gold Bomb auf Twitter mit Beschwerden und auch Todesdrohungen eingedeckt, so dass das Unternehmen seinen Twitter- wie auch den Facebook-Account deaktivieren musste.

Amazon sind solche Kontroversen nicht gänzlich unbekannt. In den USA geriet der Online-Handelsriese kürzlich unter massiven Beschuss, weil er ein Buch verkauft hatte, das als Pädophilen-Führer gilt. Bereits 2008 musste Amazon ein T-Shirt zurückziehen, welches Nazi-Grössen verherrlichte.

Und um den Amazon-Ableger in Deutschland gab es erst im Februar eine grosse Kontroverse wegen den miesen Arbeitsbedingungen seiner Teilzeit-Mitarbeiter.

(rcv)