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Onlinehandel
Amazon und Aliexpress müssen TV-Gebühren zahlen

Amazon: Der Online-Händler soll künftig 40'000 TV-Gebühr entrichten. Keystone

Ausländische Internet-Händler müssen Radio- und Fernsehgebühren berappen. Und das, obwohl ihr Personal die SRF-Sender grösstensteils nicht einmal empfangen kann.

Von David Vonplon
am 28.06.2017

Der Bund bittet künftig Online-Händler wie Amazon und Aliexpress zur Kasse. Die ausländischen Unternehmen müssen in Zukunft nicht nur für alle Sendungen die Mehrwertsteuer an den Bund abliefern, sondern auch die Radio- und Fernsehgebühren in der Schweiz berappen. Dies berichtet die «Handelszeitung» in ihrer aktuellen Ausgabe.

Da sich die Höhe der TV-Abgabe am Umsatz der Firmen bemisst, fällt für die Internet-Warenhäuser der Höchsttarif von jährlich 39’000 Franken an – und das, obwohl deren Mitarbeiter grösstenteils die Schweizer Radio- und TV-Sender nicht einmal empfangen können.

Keine Ausnahmen

Die eidgenössischen Steuerverwaltung bestätigt die Einführung der Gebührenpflicht für die Online-Händler: «Grundsätzlich sind alle Unternehmen, die im Schweizer Mehrwertsteuer-Register eingetragen sind, verpflichtet, die Unternehmensabgabe für Radio und Fernsehen zu bezahlen», sagt Sprecher Joel Weibel. Nur Unternehmen mit einem Jahresumsatz von weniger als voraussichtlich 500’000 Franken seien von der Abgabe befreit.

Hintergrund der Gebührenpflicht ist ein neues Gesetz, das die ausländischen Online-Händler verpflichtet, auch für Kleinsendungen die Mehrwertsteuer zu entrichten. Die Steuerpflicht gilt dabei erst ab dem 1. Januar 2019, weil der Bund die Inkraftsetzung des Gesetzes wegen Umsetzungsprobleme um ein Jahr verschoben hat.

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