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Gewerkschaft
American-Airlines-Crew rebelliert gegen neue Kleider

Reizthema Uniform: American-Airlines-Mitarbeiter fühlen sich unwohl im neuen Outfit. American Airlines

Als schick und modern wurde die neue American-Airlines-Fluguniform angepriesen. Doch seit die Mode im September eingeführt wurde, gibt es Beschwerden der Crew. Und nun sogar ein Klageschreiben.

Von Manuela Imre
am 22.12.2016

Fesch und modern sehen sie aus, die neuen Uniformen mit denen die Flugbegleiter von American Airlines seit September in den Kabinen und am Boden ein professionell-schickes Statement setzten sollten. Doch es kam anders: Die Crew der US-Linie zeigt sich wenig begeistert von den dunkelgrauen Anzügen und Kostümen. Ganz im Gegenteil. Mitarbeiter der Airline haben nun ein Klageschreiben bei der Gewerkschaft eingereicht.

Statt Stolz habe die Mode nämlich bei vielen Flugbegleitern Kopfschmerzen, Hautausschläge, Müdigkeitserscheinungen und Schwindel ausgelöst, heisst es in einem Bloomberg-Bericht.

Rückkehr zur alten Uniform?

Die Airline wird nun von der Association of Professional Flight Attendants aufgefordert, die Uniform nicht mehr zu verteilen und den Arbeitern zu genehmigen, die früheren Versionen ihrer Arbeitskleidung zu tragen.

Bob Ross, Präsident der Gewerkschaft geht noch einen Schritt weiter: American Airlines soll für die Arzt-Ausgaben ihrer Mitarbeiter aufkommen und durch eine Studie herausfinden, was an den Uniformen nicht stimmt.

Endlich eine einheitliche Marke

Dabei hatte sich der grösste US-Carrier im Vorfeld mit Begeisterung auf die neue Serie gefreut. Immerhin ist es das erste Mal seit dem Zusammenschluss mit United, dass das gesamte Personal einheitlich – und nicht im bunten Firmenmix – auftritt. «Das zeigt uns nun wirklich als eine Marke. Für den Kunden hat es bisher gefehlt zu sehen, dass wir alle zusammen kommen», hatte Brady Byrnes, Director für Global Marketing im Vorfeld gesagt. «Für uns ist es ein riesiger Meilenstein.» 

Einer, der nun zum Klageschreiben geführt hat. Als Antwort will American Airlines die Uniformen nun ein viertes Mal testen lassen, erklärte Sprecher Ron DeFeo. Das Unternehmen habe zudem ein Call-Center für die Crew eingeführt. 300 Mitarbeiter hätten sich auf diesem Weg bereits beschwert. Für sie werde man nun die Kosten einer dermatologischen Untersuchung übernehmen und innerhalb von 20 Tagen auf den Gewerkschaftsbrief reagieren.

American Airlines hat in diesem Jahr 26'000 neue Uniformen verteilt und gut 70'000 für das gesamte Unternehmen bestellt. Ein kompletter Rückruf würde teuer werden. DeFeo steht dem Reizthema mit Gelassenheit gegenüber, stellt aber klar: «Sicherheit ist natürlich unser Hauptanliegen.»

(Mit Material von Bloomberg)

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