Facebook-Gründer Mark Zuckerberg ist erneut verklagt worden. Am Montag reichte ein mutmasslicher ehemaliger Geschäftspartner Zuckerbergs eine überarbeitete Klage bei einem US-Bundesgericht ein, in der er die Hälfte des Unternehmenswerts beansprucht.

Gerichtunterlagen zufolge hat Paul Ceglia im Jahr 2003 an Zuckerberg 1000 Dollar Starthilfe gegeben. Nach Ceglias Auffassung beteiligte ihn Zuckerberg im Gegenzug zu 50 Prozent an der Firma. Bei Verzögerungen beim Start der Website sollte er demnach noch mehr Geld erhalten. Nach dieser Rechnung würden sich sogar 84 Prozent Anteil am Unternehmens ergeben, die Ceglia bei einer ersten Klage gegen Zuckerberg vor einem Jahr geltend gemacht hatte.

Aus der am Montag eingereichten Klage geht jedoch hervor, dass Ceglia vor dem Facebook-Start 2004 auf diese Verzögerungsklausel verzichtete. Nun fordert er lediglich den 50-prozentigen Anteil ein.

Zusammenarbeit eingeräumt

Der überarbeiteten Klage wurden E-Mails beigefügt, die Zuckerberg und Ceglia austauschten. Ceglia erklärte, die Mails zeigten, dass Zuckerberg damals versucht habe, ihn in die Irre zu führen.

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In der Klage heisst es, Zuckerberg habe fälschlicherweise behauptet, seine Website thefacebook.com sei nicht erfolgreich, dass er zu beschäftigt sei, um an dem Projekt zu arbeiten, dass er das Interesse an Facebook verloren habe und er die Website wohl schliessen werde.

Orin Snyder, ein Anwalt von Facebook, nannte Ceglia einen Betrüger. Im Juli hatte ein anderer Facebook-Anwalt gesagt, Zuckerberg und Ceglia hätten an einem anderen Webprojekt zusammen gearbeitet, aber nicht an Facebook.

Andere Klage abgewiesen

Ebenfalls am Montag hatten zwei frühere Kommilitonen von Zuckerberg vor einem Gericht in Buffalo eine Niederlage einstecken müssen. Das Gericht verweigerte den Zwillingen eine Annullierung ihrer Abmachung mit Zuckerberg und erhielt damit das Urteil eines untergeordneten Gerichts aufrecht.

Die Brüder hatten 2008 eine Einigung unterzeichnet, mit der auch der Rechtsstreit um die Urheberschaft der Idee, die zur Gründung von Facebook führte, beigelegt wurde. Die Geschwister erhielten 20 Millionen Dollar und eine Beteiligung am Unternehmen.

(laf/tno/sda)