Der Chiphersteller AMS korrigiert die Geschäftserwartungen für das zweite Semester und das Gesamtjahr nach unten. Der Titel der Halbleiterfirma sackte am Montag in einem freundlichen Markt um 16,6 Prozent ab auf 71,90 Franken. Die Gewinnschätzungen der Analysten dürften nach Annahmen der Zürcher Kantonalbank (ZKB) um rund 15 Prozent gesenkt werden. Die Bank Vontobel will ihr «Buy»-Rating und das Kursziel von 125 Franken überprüfen.

Grund für die gedämpften Erwartungen sind Verzögerungen bei neuen Produkten. Sie sollen aber die Kundenbeziehungen nicht belasten. In den kommenden Monaten will sich die Unternehmensleitung primär auf die Entwicklung neuer Produkte konzentrieren. Die Produktepipeline ist nach wie vor gut gefüllt.

Das Management erwartet wegen verspäteter Produktionshochläufe einen niedrigeren Umsatzanstieg im zweiten Halbjahr 2013, wie das Unternehmen am Montag bekannt gab. Das Unternehmen rechnet jedoch weiterhin mit einem Umsatzwachstum für 2013 gegenüber dem Vorjahr. Informationen von Kunden sowie der Auftragseingang «der jüngsten Zeit» habe die Chefetage zu dieser Anpassung bewogen, heisst es. Der Konzern geht davon aus, dass Produkte, die die Marktposition bei Smartphones und Tablet-PCs stärken, erst 2014 zu erwarten sind.

Keine Veränderung in Kundenbeziehungen

Weil diese Verzögerungen einige Produkte mit «attraktivem Margenprofil» tangieren und das Unternehmen weiter in Ressourcen zur Unterstützung neuer Projektgewinne investiert, erwartet das Unternehmen auch einen negativen Einfluss auf das operative Ergebnis und Nettoergebnis 2013. Diese Erfolgszahlen sollen nun unter dem Niveau des Vorjahres zu stehen kommen, hiess es weiter. Der Konzern hebt ferner hervor, dass es keine Veränderungen in den Beziehungen mit den wichtigsten Kunden - insbesondere in den Märkten für Smartphones und Tablet-PCs - gibt.

Anzeige

Das Management spricht in der Mitteilung von einem «Übergangsjahr». In den nächsten Quartalen lege die Führung den Fokus auf die Entwicklung der Produktepipeline, so die Mitteilung weiter. Gemäss eigenen Angaben verfügt AMS über eine volle Projekt- und Entwicklungspipeline 2014 und darüber hinaus.

Börsenstar 2012

Ende des ersten Quartals hat das Management noch ein Umsatzplus für 2013 von mehr als 10 Prozent prognostiziert. Diese Annahme hat vor allem auf einem steigenden Absatz neuer Produkte im zweiten Semester sowie dem anhaltenden Erfolg der internationalen OEM-Kunden und der Ausweitung der Marktposition in den wachsenden Märkten Smartphones, Tablet-PCs und anderen mobilen Geräten beruht.

AMS hat in der Vergangenheit vom Boom mit mobilen Endgeräten profitiert. Die Aktien waren 2012 die grössten Gewinner im SPI-Segment. Die Valoren kletterten im Börsenjahr 2012 über 150 Prozent. 

(vst/tke/awp)