Die Namenaktien des Zementherstellers Holcim notieren nach der Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal mit Aufschlägen. Der Reingewinn nach Minderheiten stieg aufgrund von Einmaleffekten deutlich an. Die übrigen Ergebnisse werden von den Analysten eher als Enttäuschung gewertet.

Die Holcim-Namenaktien notieren um 09.25 Uhr um 2,0 Prozent höher bei 73,95 Franken. Gestern hatten die Titel bereits um 2,2 Prozent zugelegt. Der Gesamtmarkt gemessen am SMI gewinnt unterdessen 0,5 Prozent hinzu.

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Europa und Lateinamerika: positive Überraschung

Dank des Nettoertrags von 146 Millionen Verkauf aus dem Verkauf von Cement Australia übertraf der Reingewinn die Prognosen, schreibt die Bank Vontobel. Die Zielverfehlung bei Umsatz und Ebitda stelle keine Überraschung dar und die Rentabilität in Europa und Lateinamerika habe positiv überrascht, heisst es weiter.

Der Rückgang des Zementvolumens sei mit -5 Prozent geringer ausgefallen als bei den Wettbewerbern Cemex und Lafarge. Laut Vontobel hätte eine mögliche Erholung in Indien eine Trendwende in der Ertragsentwicklung zur Folge. Die Bank hält an der «Hold»-Einstufung und dem Kursziel von 73 Franken fest.

Asien enttäuschend

Der Jahresauftakt bei Holcim sei verhalten ausgefallen, schreibt die ZKB. Dies habe sich aufgrund von jüngsten Ausweisen von Konkurrenten aber bereits abgezeichnet. Umsatz und Betriebsgewinn hätten unter den Erwartungen gelegen. Die grösste Region Asien habe aufgrund des schwachen Q1 der indischen Tochtergesellschaften enttäuscht.

Positiv wertet der Analyst die stabile Entwicklung in Lateinamerika. Die ZKB sieht trotz unveränderter Guidance leichten Revisionsbedarf der Schätzungen nach unten. Die Aktien werden mit «Übergewichten» bewertet.

Prognose revidieren

Mit einer Senkung der Konsensschätzungen rechnet auch die UBS und nennt die Entwicklung in Indien und das verhaltene erste Quartal als Gründe. Enttäuschend wertet der Analyst den Rückgang beim Ebitda, obwohl das Kostensenkungsprogramm einen positiven Effekt von 169 Millionen Franken erbracht habe. Die UBS hät an der «Buy»-Bewertung fest und auch am Kursziel von 84 Franken.

Die Befürchtungen über eine schwache Entwicklung des Geschäfts in Indien scheinen sich bei den Absatzzahlen von Holcim zu materialisieren, kommentiert Notenstein. Hier dürfte sich die Frage stellen, ob es sich um längerfristige strukturelle Probleme handelt. Erfreulich scheinen die erreichten Einsparungen durch das Kostenprogramm sowie der bestätigte Ausblick, so die Bank weiter.

(vst/aho/sda)