Es gibt viele Beispiele von Supertalenten, die nie unter die weltbesten Golfer aufgestiegen sind. Einer, der es wohl schaffen wird, ist der 26-jährige Argentinier Andres Romero.

Wenig fehlte, und die Schlussrunde des 136. British Open auf dem aussergewöhnlich anspruchsvollen Links-Course in Carnoustie an der schottischen Ostküste hätte in eine Sensation gemündet. Der Name Andres Romero, vor zweieinhalb Jahren auch in Fachkreisen noch so gut wie unbekannt, prangte zuoberst auf dem Leaderboard, vor den weitaus renommierteren Sergio Garcia und Padraig Harrington – und weit oberhalb von Tiger Woods.

Wenig fehlte zur grossen Nummer

Als er nach einer brillanten Show auf höchstem Niveau – mit zehn Birdies allein in der Schlussrunde – auf dem 17. Abschlag stand, hatte Andres Romero den Sieg am ältesten Golfturnier der Welt eigentlich schon im Sack. Zwei Pars, und die Konkurrenz hätte nichts mehr ausrichten können. Nur zwei Pars!
Der Argentinier verzog seinen Abschlag nach rechts ins hohe Gras an einen kleinen Abhang. Dann der verhängnisvolle Fehler: Mit einem langen Eisen schlug er den Ball noch weiter nach rechts über die Platzbegrenzung ins Out. Zwei Schläge waren dadurch verloren. Er wählte für die Wiederholung einen sogenannten Utility-Schläger und traf in Fahnennähe aufs Green. Beinahe hätte er sich noch zu einem Bogey gerettet. Weil am ungemein schwierigen 18. Loch ein – schon fast normales – Bogey folgte, lag Romero in der Endabrechnung einen Schlag hinter Garcia und dem nachmaligen Sieger Harrington.
Der Mangel an Erfahrung hatte sich für Andres Romero diesmal noch gerächt. Das knappe Scheitern vor über 40000 Zuschauern an den Fairways und vielen Millionen an den Bildschirmen belastete ihn jedoch keineswegs. Er spielte nur eine Woche danach die Konkurrenz an dem für europäische Verhältnisse sehr gut besetzten TPC-Turnier in Gut Kaden bei Hamburg in Grund und Boden und nahm einen Siegercheck über 600000 Euro (den bisher grössten seiner Karriere) entgegen.
Und wiederum nur eine Woche später spielte er am «Invitational» in Akron (Ohio, USA) erneut gegen die versammelte Weltelite um den Sieg mit, bevor er sich Tiger Woods und vier weiteren Konkurrenten beugen musste.

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Der Rookie des Jahres 2007

Andres Romero ist ohne Frage der Aufsteiger des Jahres 2007 im Weltgolf. Ihn nach den turbulenten Wochen vom Hochsommer in Crans-Montana am Start zu wissen, ist für die Veranstalter des European Masters wie auch für die Schweizer Golffans eine Freude.
Der Name Romero ist mit Crans-Montana an sich schon eng verbunden. Eduardo Romero, «El Gato», siegte daselbst in den Jahren 1994 und 2000. Er lässt sich sein Lieblingsturnier nie entgehen.
Andres ist mit Eduardo Romero nicht verwandt. Als er acht Jahre alt war, wurde sein Talent von Onkel Miguel Romero entdeckt. Aber auch Eduardo Romero soll ihn unterstützt und gefördert haben.Schon mit 17 Jahren wechselte er zu den Professionals, den Durchbruch schaffte er sieben Jahre später.

Abschläge von 300 Metern Länge

Andres Romero spielt spektakulär und angriffig. Wie die meisten athletischen Spieler der jüngeren Generation hat er keine Mühe, den Ball bei Bedarf 300 m oder noch weiter zu schlagen. In den letzten drei Jahren hat er sein Spiel derart gefestigt, dass er jederzeit und auf allen Plätzen unter die Siegesanwärter zu reihen ist.

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Steckbrief

Name: Andres Romero
Geboren: 8. Mai 1981
Geburtsort: Tucuman, Argentinien
Wohnort: Yerba Bueno, Argentinien
Grösse: 178 cm/66 kg
Beruf: Golfprofi seit 1998.
In der Qualifikation zur Europa
PGA Tour erfolgreich: November 2004
Palmares: Bestresultate Saison 2007: 3. am British Open in
Carnoustie/Schottland; Sieger TPC
of Europe Gut Kaden/Deutschland;
6. am WGC-Turnier (8 Mio Dollar) in Akron, Ohio/USA.
Website: www.piguromero.com