Der weltweit agierende Minenbetreiber Anglo American will sich von 60'000 Mitarbeitern trennen. Ziel sei es, bis 2017 die Zahl der Angestellten und Vertragsmitarbeiter von 162'000 auf etwa 102'000 zu reduzieren, sagte Konzernchef Mark Cutifani am Dienstag.

Dem Unternehmen setzen die unter Druck geratenen Metallpreise zu. Das könnte auch das Wachstum begrenzen, warnte der Konzern. Cutifani will gegensteuern, indem er Kosten senkt und schwächelnde Unternehmensteile abstösst.

Am Nachmittag hatte der britisch-südafrikanische Rohstoffkonzern erklärt, sich im Zuge seines geplanten Umbaus nun auch vom Kohlebergbau zu trennen. Die Förderprojekte für Kraftwerkskohle in Südafrika und Australien seien zuletzt nicht das beste Geschäft für den Konzern gewesen, sagte Vorstandschef Cutifani.

Erst seit 2013 im Amt

Der Anglo-Chef ist noch nicht lange im Amt. Er hatte im April 2013 Cynthia Carroll abgelöst, in deren Amtszeit der Börsenkurs deutlich zurückgegangen war. In einer ersten Einschätzung kündigte Cutifani damals an, dass der Konzern keinen grundlegenden Richtungswechsel brauche. «Wir müssen aber viel disziplinierter, effektiver und effizienter werden», erklärte der Manager.

Zuletzt hatte der Konzern aber andere Schlagzeilen gemacht. Er hat den Platinabbau in Südafrika und drei Kupferminen in Chile auf die Verkaufsliste gesetzt. Die letzte Massenentlassung in Südafrika hat hohe Wellen geschlagen: 2013 sollten 14'000 der 57'000 lokalen Mitarbeiter entlassen werden.

(reuters/ise)

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