Philipp Baumgartner stellt nüchtern fest: «Wir haben noch nie eine derart hohe Cashposition gehabt seit der Gründung der Gesellschaft im Jahr 1999.» Der Geschäftsführer der Beteiligungsgesellschaft Swiss Small Cap Invest sieht derzeit zwar nicht gerade einen Anlagenotstand. Doch viele Werte im Bereich der klein- und mittelkapitalisierten Schweizer Unternehmen sind durch die Kursanstiege in den vergangenen Wochen hoch bewertet.

«Es ist schwer, neue Titel zu finden», sagt Baumgartner, der deshalb auch auf nicht kotierte Unternehmen wie Wasserwerke Zug oder Thommen Medical setzt.

Aktive Bewirtschaftung

Trotz der Hausse im Bereich der Small und Mid Caps nimmt das Angebot der Finanzprodukte zu. Beispiel OZBankers: Die Broker aus Pfäffikon SZ haben vor zwei Wochen den «OZSwiss Mid & Small Cap Selection Fund» lanciert. Die grössten Positionen (alle unter 5% des Fondsvermögens) sind Geberit, Kuoni, PubliGroupe, Quadrant und Converium. Laut Marco Tinnirello, Leiter Vermögensverwaltung, erfolgt die Lancierung des Anlagefonds nicht zu spät. Durch aktive Selektion sollen ertragstarke und solide Titel gefunden werden. Zudem werden die bestehenden Positionen mittels Derivatstrategie bewirtschaftet. Die OZ hat aus aktuellem Anlass auch gleich ein Zertifikat auf den «Swiss Consolidation Basket» herausgegeben. Anleger sollen dabei von der «Übernahme- und Fusionswelle» profitieren können. Gesellschaften im Basket sind unter anderen Ascom, Berna Biotech, Kaba und UMS Schweizerische Metallwerke.

Weitere Angebote werden zweifellos folgen. Im Spätherbst etwa soll ein «etwas anderer Anlagefonds» einer kleineren Zürcher Bank aufgelegt werden. Die Verantwortlichen wollen dazu noch nichts Näheres sagen.

Eine der besten Performances in der Branche hatte der Fonds «3V Invest Swiss Small & Mid Cap» der Sal. Oppenheim mit einer Wertsteigerung von 46% in den letzten drei Jahren. Der «SaraSelect»-Anlagefonds der Bank Sarasin und der «Swiss Life (CH) Equity Switz Sm/Mid Cap» haben auch gute Renditezahlen seit Mitte 2002.

Poker bald zu Ende?

Investoren, die mit einem Einstieg in die Anlageprodukte der Branche liebäugeln, müssen sich bewusst sein: Übernahmespekulationen dauern nicht ewig, viele Aktien sind zu teuer. Und nicht wenig deutet darauf hin, dass die Börse im 2. Halbjahr einiges an Schwung verlieren wird.

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