Das Fondsgeschäftblüht weltweit, aber speziell auch in der Schweiz. Zwar haben einzelne Finanzplätze, wie etwa Luxemburg oder jüngst Irland, grosse Anstrengungen unternommen, um sich bei diesen lukrativen Aktivitäten selbst ein gutes Stück aus dem Ertragskuchen herauszuschneiden. An den Milliarden-Vermögen aus aller Welt, die vorzugsweise in der Alpenrepublik verwaltet werden, kommen aber die Konkurrenten nicht vorbei. Sie mögen sich bei der Produktion von Anlagefonds durchaus in eine vordere Position schieben, doch beim Vertrieb bleibt die Schweiz unbestritten Weltmeister. Das gibt der einheimischen Fondsindustrie immer wieder Auftrieb. Fast jeder zehnte Fonds wird in unserem Land aufgelegt, und zur Wahl stehen mittlerweile 4340 individuell konzipierte Produkte. In der Fondsfabrik Schweiz läuft es wie geschmiert.

Eine strikte Selbstregulierung soll den guten Ruf sichern

Damit der gute Ruf erhalten bleibt, bemüht sich der Branchendachverband Swiss Funds Association gleichzeitig um möglichst viel Transparenz gegenüber einer laufend anspruchsvolleren Kundschaft. Ab nächstem Jahr tritt die neue Richtlinie «Transparenz bei Verwaltungskommissionen» in Kraft. Damit kann sich der Investor vor dem Erwerb von Fondsanteilen ein objektiveres Bild über die Verwendung der Kommissionen machen. Bereits im Prospekt werden die einzelnen Bestandteile dieses Kostenblocks offen gelegt. An Informationen also mangelt es nicht. Nur muss der Anleger diese auch richtig nutzen. Aktiv verwaltete Fonds sind teurer als ein passiv gemanagtes Produkt, das auf der Nachbildung eines Indexes beruht.

Die Kommissionssätze, ausgedrückt in Promillen oder tiefen Prozentsätzen, erscheinen den Kunden nur dann als hoch, wenn die Performance in den Minusbereich taucht. Umfragen belegen, dass die Unkosten rasch in den Hintergrund geraten, sobald das Fondsvermögen kräftig wächst und die einzelnen Anteile an Wert gewinnen. Im laufenden Jahr liegt die Messlatte für alle Fondsmanager hoch. Das börsentechnische Umfeld war selten gut. Die Anleger lechzen nach einer überdurchschnittlichen Performance.