Hedge-Fonds haben zuletzt schlecht abgeschnitten. Fondsmanager Lebel rechnet weiterhin mit einem schwierigen Umfeld. Er setzt auf Long-Short-Strategien.

Der Fonds

Nach dem Erfolg des im Oktober 2003 emittierten LODH Alternative Strategies hat Lombard Odier Darier Hentsch einen weiteren Fund of Hedge Funds lanciert. Angestrebt werden langfristig absolute Renditen bei mittlerer Volatilität. Der im Segment Privatanleger (P) thesaurierende Fonds schweizerischen Rechtes lautet wahlweise auf die Referenzwährung Franken, Euro oder Dollar. Das neue Portefeuille, das die Aktiven des früheren Offshore-Fonds Delta Global Derivatives übernommen hat, konzentriert sich auf 25 Hedge-Fonds ­ jeweils fünf für fünf Anlagestile. Dabei handelt es sich um Long/Short-Engagements für amerikanische, europäische und asiatische Aktien sowie um die Strategien Global Trading und Global Arbitrage. Die Mindestanlage beträgt 2500 Fr., 2000 Euro oder 2000 Dollar.

Tipp: Das Team von Lombard Odier Darier Hentsch hat grosse Erfahrung im Hedge-Fonds-Bereich. Anleger setzen darauf, dass die Branche aus dem Tief findet.(jw)

In der P-Klasse trägt der Fonds den Valor 1812047 (Referenzwährung Fr.), 1812050 (Euro) und 1812044 (Dollar). Die Managementgebühr beträgt 1,5%.

Der Trend

Im zweiten Quartal des laufenden Jahres sind Hedge-Fonds auf Gegenwind gestossen, sagt Joshua Rosenberg, Präsident von Hedge Fund Research in Chicago. Ganz so dramatisch war es aber nicht, denn der einschlägige HFRI-Index sank nach fünf starken Quartalen um nur 1%. Laut Rosenberg ist dieser Rückschlag umso bescheidener, als einzelne Anlagestile besonders hart getroffen wurden.

Allerdings verloren viele Investoren das Vertrauen in die beliebte Kategorie alternativer Anlagen, fiel doch der entsprechende Mittelzufluss auf weit weniger als die Hälfte des geltenden Durchschnittswertes. Hedge-Fonds haben also einiges von ihrer Anziehungskraft eingebüsst. Die Gründe für die Einbussen liegen laut Hedge-Fonds-Managern bei Turbulenzen an den Finanzmärkten, die geballt auftraten: Dazu zählen ein vorübergehender Einbruch bei den Rohstoffpreisen, die Zinswende, eine labile Börsenverfassung und widersprüchliche Konjunktursignale. Die nächsten Monate sind für die Hedge-Fonds-Industrie wichtig: Sie müssen sich neu positionieren und sollten auf die Erfolgsstrasse zurückkehren. Sonst sind die hohen Gebühren auf keinen Fall zu rechtfertigen.(jw)

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Der Manager

Immer mehr Funds of Hedge Funds werden lanciert. Womit sticht Ihr Fonds aus dieser Fülle hervor?

Frédéric P. Lebel: Trotz des Multimanager- und Multistrategie-Anlagestils bietet der LODH Delta Global Fund beim Verhältnis von Risiko und Rendite ein wesentlich höheres Profil als die meisten anderen Funds of Hedge Funds in der gleichen Kategorie. Die aggressive Natur unseres Fonds erklärt sich aus der Fokussierung auf die so genannten Directional Strategies, also Long/Short Equity und Trading. Statt einer dynamischen Allokation über verschiedene alternative Stilrichtungen werden immer rund 80% der Anlagen auf diese Directional Strategies entfallen und nur 20% auf Arbitrage als Non-Directional Strategy.

Hinzu kommt, dass wir grosses Gewicht auf den Bottom-Up-Ansatz in der Form einer genauen Managerauswahl legen. Hier konzentriert sich unser Selektionsteam auf 25 Manager in den drei Hauptsegmenten Long/Short, Arbitrage und Trading.

Hedge-Fonds haben im ersten Halbjahr eine schlechte Performance erzielt. Wie hat Ihr Fonds abgeschnitten?

Lebel: Zwischen März und Ende Juli hat unser Fonds einen Rückgang von 1,5% verzeichnet, für die ersten sieben Monate ein Plus von 2,4%. Wir gehen zwar davon aus, dass das Umfeld für die Branche in nächster Zeit problematisch bleiben wird, sind aber überzeugt, dass die von uns ausgewählten Manager das Kapital bewahren und günstige Chancen ausnutzen werden, um eine starke Performance zu erzielen. Wegen der statischen Allokation könnte unser Portefeuille von einem anhaltend schwierigen Aktienmarkt betroffen sein, aber auch von markanten Trendwenden. Immerhin hat unsere Managerauswahl dafür gesorgt, dass sich der Fonds in schwierigen Marktphasen bisher als recht widerstandsfähig erwiesen hat.

Warum setzen Sie auf eine Gleichgewichtung der fünf Stilrichtungen Long/Short USA, Long/Short Europe, Long/Short Asia, Trading und Arbitrage statt auf eine flexiblere Allokation?

Lebel: Unser Ziel ist es, über besonders talentierte Hedge-Fonds-Manager in ausgewählte Einzelstrategien zu investieren. Für diejenigen Investoren, die ein diversifiziertes Portefeuille mit dynamischer Strategie-Allokation suchen, empfiehlt sich unser Produkt LODH Alternative Strategies.

Wie ist die gegenwärtige Aufteilung Ihres Anlagevermögens nach Strategien, und welche Fondsmanager sind im Portefeuille am stärksten vertreten?

Lebel: Zurzeit entfallen rund 60% des Anlagevermögens auf den Bereich Equity Long/Short, annähernd gleich aufgeteilt zwischen Europa, Asien und den USA. Hinzu kommen Anteile von je rund 20% für die Stile Trading und Arbitrage. Auf «Altima Global Special Situations» und «The European Catalyst Fund» entfallen jeweils 6,9% des Fondsvermögens, auf «The Platinum Fund» 6,6% und auf «Tudor» weitere 6,3%.

Welche langfristige Rendite wollen Sie erreichen?

Lebel: Wir peilen eine langfristige Rendite von über 10% an. Das setzt natürlich auch eine entsprechende Volatilität voraus.

Welche Szenarien sind für Ihren Fonds ideal?

Lebel: Wir verstehen uns als Fund of Hedge Funds mit verhältnismässig hohen Risiken und Renditen. Unter allen Marktbedingungen erwarten wir von unseren Managern einen hohen Mehrwert. Allerdings werden wir wahrscheinlich in Bullenmärkten und bei sich seitwärts entwickelnden Börsenkursen besser abschneiden. In Bärenmärkten könnte der Fonds gewisse, jedoch eher kleine Kapitalverluste erleiden. (jw)

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