Das Datum ist in der Agenda von vielen aktiven Privatanlegern dick angestrichen: 2. bis 4. Februar - Fondsmesse in Zürich. Vor genau einem Jahr an der letztjährigen Fondsmesse debattierten die Finanzexperten an den Roundtables noch höchst kontrovers darüber, ob die Welt vor einer anhaltenden Rezession oder einem neuen Konjunkturaufschwung stehe. Mittlerweile ist diese Frage angesichts der starken Wachstumszahlen eindeutig entschieden. Noch kein Thema war damals die Euro-Krise - und schon nächstes Jahr könnte die derzeit allgegenwärtige Thematik wieder von der Agenda verschwunden sein. Stattdessen mögen dann die Experten über eine Dollar-Krise debattieren, da die US-Regierung Obama 2011, ein Jahr vor den Präsidentschaftswahlen, noch keine unpopulären Sparanstrengungen unternehmen will. Das wäre politischer Selbstmord. Die lockeren Staatsausgaben, von denen die US-Börse derzeit profitiert, werden dann nächstes Jahr bei der neuen Regierung zu einem bösen Erwachen führen. Die ausufernde Staatsverschuldung wird ganz oben auf der Agenda von Politik und Medien stehen und entsprechend auf die amerikanischen Aktienmärkte und den Dollar drücken.

Das zeigt: Die grossen Makrothemen kommen und gehen in rascher Folge. Mehrjährige Börsenzyklen gehören der Vergangenheit an - und damit haben es auch Privatanleger mit ihrem traditionellen «Buy-and-Hold»-Ansatz immer schwerer. Sie müssen praktisch jährlich ihre Wertschriftendepots komplett auf den Kopf stellen, um bei Themen und Trends à jour zu bleiben.

Mit der Selektion von Einzeltiteln, dem sogenannten Stock Picking, kann der Privatanleger dieser Dynamik im Wirtschaftsgeschehen je länger, je weniger gerecht werden. Sinnvollerweise wandelt er sich daher vom Stock Picker zum Asset Allocator. Das heisst, statt sich auf die Auswahl von Einzeltiteln zu kaprizieren, verwendet der Privatanleger besser seine Zeit und Energie darauf, die Vermögensstruktur den Marktveränderungen anzupassen. Verschiebungen in der Gewichtung - zum Beispiel Aufbau der US-Aktienquote im Vorwahljahr 2011, Abbau im Wahljahr 2012 - lassen sich dabei relativ einfach und kosteneffizient mit Exchange Traded Funds (ETF) realisieren.

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Die Finanzwissenschaft zeigt, dass ein Asset Allocator besser fährt als ein Stock Picker: 70 bis 90 Prozent der Gesamtperformance eines Wertschriftendepots entfallen auf die optimale Zusammenstellung der Vermögenswerte, nur ein kleiner Teil auf die richtige Wahl der Einzeltitel. Diese kann ein Privatanleger also getrost an die professionellen Fondsmanager delegieren.