OC Oerlikon setzt die Bereinigung seines Geschäftsportfolios fort. Der Technologiekonzern verkauft seine Vakuumsparte an das schwedische Unternehmen Atlas Copco. Bei dem Deal werde das Segment mit 525 Millionen Franken bewertet, teilte OC Oerlikon am Freitag in einem Communiqué mit. Leybold Vacuum habe im vergangenen Jahr einen Umsatz von 390 Millionen Franken erzielt und beschäftigte Ende Juni 2015 weltweit 1646 Mitarbeiter.

Atlas Copco sei der ideale Eigentümer, der das Potenzial für das Geschäft, das Vakuum-Technologie für Kühlschränke oder die Beschichtung von Mikrochips liefert, vollumfänglich ausschöpfen könne. Das Unternehmen verfüge über eine starke Position und umfassende Expertise im Vakuum- und Kompressorengeschäft.

Anleger greifen zur Oerlikon-Aktie

«Die Transaktion stärkt die Finanzposition von Oerlikon», hiess es weiter. Der Deal solle bis Mitte 2016 abgeschlossen sein. Die Wettbewerbsbehörden müssen dafür noch grünes Licht geben. Über den Verkaufspreis wurde nichts bekannt.

An der Börse sorgt der Verkauf für Furore: Die Oerlikon-Aktien sind am Freitagmorgen die grossen Gewinner. Analysten halten die Entscheidung für richtig und den Verkaufspreis für hoch. Was der Industriekonzern mit dem Geld anstellen wird, darüber scheiden sich die Geister. Einige halten eine höhere Ausschüttung für möglich, andere sehen Zukäufe als wahrscheinlicher an.

Überraschend hoher Preis

Die Oerlikon-Aktie gewinnt gegen 10 Uhr bei sehr hohem Volumen 7,0 Prozent auf 10,75 Franken, während der am SPI gemessene Gesamtmarkt praktisch unverändert steht. Der Verkauf wird unisono begrüsst. Dies ermögliche es Oerlikon, sich auf die Divisionen Manmade Fibers und Surface Solutions zu fokussieren, heisst es bei Kepler Cheuvreux. Baader Helvea sieht als Folge eine Verbesserung bei Margenprofil und Umsatzqualität.

Vom Verkaufspreis zeigen sich die Analysten positiv überrascht. Man hätte aufgrund der jüngsten Umsatz- und Profitabilitätsentwicklung einen tieferen Preis erwartet.

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(sda/awp/mbü/ama)