Die Aktien des japanischen AKW-Betreibers Tepco sind am Dienstag auf ein Rekordtief gestürzt. Tepco-Papiere gaben um mehr als 18 Prozent auf 362 Yen nach. "Wegen der Unsicherheiten über die nukleare Katastrophe trennen sich Investoren auch weiterhin von Tepco-Aktien“, sagte ein Analyst der japanischen Investmentbank Daiwa Securities SMBC. Insbesondere die gestrige Entscheidung, kontaminiertes Wasser ins Meer zu leiten sorge für Unruhe. Seit dem 13. März hat die Tepco-Aktie inzwischen rund 80 Prozent an Wert verloren.

Sorgen bereitete den Anlegern auch die Meldung, dass der Konzern sich an Entschädigungszahlungen an die Menschen aus der Gegend um das zerstörte Atomkraftwerk beteiligen will. Das Geld könnte zum Monatsende fliessen - wie viel, ist aber noch unklar. Das liesse Sorgen um die Finanzlage des Konzerns steigen, hiess es.

Höhe der Zahlungen noch unklar

Über die Höhe will sich Tepco noch mit der Regierung beraten, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Dienstag unter Berufung auf den Konzern berichtete.

Weil sich die Atomkrise noch lange hinziehen dürfte, handelt es sich um vorläufige Entschädigungen. Die Zahlungen seien von der Regierung angeordnet worden, sagte Wirtschafts- und Industrieminister Banri Kaieda. Rund 80'000 Anwohner der Atomruine mussten sich auf Weisung des Staates in Sicherheit bringen.

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Zudem leiden viele Bauern darunter, dass sie wegen radioaktiver Verstrahlung ihr Gemüse und Obst nicht mehr verkaufen können. Tepco werde zunächst unter anderem für die Arztkosten und Einkommensausfälle aufkommen, hiess es. Tepco hat bereits damit begonnen, neun betroffenen Gemeinden jeweils 20 Millionen Yen (220'000 Franken) zu zahlen.

(laf/awp/sda)