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Anleger freuen sich über das UBS-Ergebnis

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UBS-Chef Sergio Ermotti: Der Tessiner kann mehr Gewinn vermelden.Quelle: Keystone

Die UBS hat den Gewinn kräftig gesteigert und damit die Erwartungen übertroffen. An der Börse gibt es Applaus.

Veröffentlicht am 24.07.2018

Die Grossbank UBS hat im zweiten Quartal mehr verdient als in der Vorjahresperiode und damit die Erwartungen übertroffen. Sowohl die Investmentbank wie auch die globale Vermögensverwaltung schnitten deutlich besser ab als vor einem Jahr. Mit Blick nach vorne bleibt das Institut einigermassen optimistisch.

Der Vorsteuergewinn der grössten Schweizer Bank belief sich im zweiten Quartal auf 1,68 Milliarden und war damit rund 12 Prozent höher in der entsprechenden Vorjahresperiode. Und unter dem Strich blieben mit 1,28 Milliarden rund 9 Prozent mehr. Die Erwartungen des Marktes wurden damit relativ klar übertroffen.

Erträge und Kosten über Vorjahr

Positiv entwickelten sich auch die Einnahmen. Der gesamte Geschäftsertrag der gesamten Bank stieg um knapp 4 Prozent auf 7,55 Milliarden Franken. Bei ebenfalls etwas höheren Kosten von 5,88 Milliarden ergibt sich ein Verhältnis von Kosten zu Einnahmen (Cost-Income-Ratio) von 77,5 Prozent. Das Verhältnis gilt als wichtige Kennzahl bei Banken, wobei die UBS hier als mittelfristige Zielgrösse einen Wert von unter 75 Prozent anstrebt. «Ich bin zufrieden mit dem zweiten Quartal», kommentierte CEO Sergio Ermotti die Leistung.

In der neu zusammengeführten globalen Vermögensverwaltungseinheit Global Wealth Management (GWM) flossen in der Periode von April bis Juni insgesamt Nettoneugelder in Höhe von 1,2 Milliarden Franken ab. Für den Abfluss verantwortlich war dabei hauptsächlich das Geschäft in Nordamerika. Es kam in den USA u.a. zu saisonal höheren steuerbedingten Abflüssen, zudem habe es in der Region einen Abfluss von 4,4 Milliarden durch ein Mitarbeiteraktienprogramm gegeben, schrieb die UBS weiter. Abflüsse gab es aber auch in Asien, weil Kunden dort etwas vorsichtiger geworden seien und Schulden abgebaut hätten.

Der UBS wird mehr Vermögen anvertraut

Das Management zeigte sich dennoch nicht allzu unzufrieden mit der Entwicklung und verwies auch auf die Schwankungsanfälligkeit der Geldzuflüsse von Quartal zu Quartal. So beliefen sich die Nettoneugelder nach einem Plus von 19 Milliarden im ersten Quartal im Halbjahr auf 17,7 Milliarden Franken. Insgesamt verwaltete die UBS - als grösster Vermögensverwalter der Welt - per Mitte Jahr Vermögen von 3'242 Milliarden und damit 87 Milliarden mehr als Ende März.

Im zweiten Quartal verdiente die UBS in ihrer klar wichtigsten Einheit GWM 1,04 Milliarden Franken vor Steuern, was ein sattes Plus von 18 Prozent bedeutet. Sie begründet dies mit u.a. mit den höheren Vermögen, einer gestiegenen Zinsmarge sowie höheren Erträgen im Kreditgeschäft. Die zunehmenden Spannungen in der internationalen Politik blieben allerdings nicht folgenlos. So seien die Erträge in den USA und Asien zurückgegangen, weil die Kunden weniger Anlagegeschäfte tätigten.

Mehr Gewinn bei der Investmentbank

Gut lief es auch der Investmentbank, die den Vorsteuergewinn um rund ein Viertel auf 569 Millionen Franken steigerte. Bekanntlich hat sich die Bank in den letzten Jahren aus diversen Bereich des Investment Banking zurückgezogen. Ein wichtiger Bereich, den sie weiter betreibt, ist das Aktiengeschäft. Dort legten die (bereinigten) Erträge um 17 Prozent zu.

Im Schweizer Kerngeschäft (P&C) blieb unter dem Strich mit 368 Millionen Franken nur wenige mehr als im Vorjahr. Eine «starke Geschäftsdynamik und Managementmassnahmen» hätten den Druck auf der Zinsseite gelindert, hiess es dazu.

3 Milliarden an Kapital geschaffen

Leicht verbessert präsentierte sich zum Quartalsende die harte Kernkapitalquote (CET1, vollständig umgesetzt). Sie stieg auf 13,4 Prozent von 13,1 Prozent per Ende März und liegt damit weiter im Bereich des eigenen Zielwertes. Die Leverage Ratio, also die nicht risikogewichtete Verschuldungsquote, blieb knapp stabil auf 3,75 Prozent nach 3,76 Prozent per Ende März.

Die Schweizerische Nationalban (SNB) hat bei der Leverage Ratio kürzlich noch eine weitere Verbesserung gefordert. Die Bank betonte in diesem Zusammenhang aber, dass sie im ersten Halbjahr 3 Milliarden an Kapital geschaffen hat. 550 Millionen davon wurden allerdings in Aktienrückkäufe investiert und 1,3 Milliarden wurden auf die Seite gelegt für die Auszahlung der Dividende im kommenden Jahr.

Anhaltende geopolitische Spannungen

Im laufenden dritten Quartal rechnet die Grossbank neben den typischen saisonalen Faktoren mit einer insgesamt nur moderaten Marktvolatilität, was sich gewöhnlich nachteilig auf die Kundenaktivität auswirke.

Insgesamt dürften die Märkte nach Meinung der Grossbank aber auch künftig von den Aussichten für das globale Wirtschaftswachstum profitieren, obwohl die anhaltenden geopolitischen Spannungen und der wachsende Protektionismus das Anlegervertrauen dämpfen und weiter eine Gefahr darstellen. CEO Ermotti rechnet mit einer «soliden Performance» im dritten Quartal, wie er gegenüber dem US-Fernsehsender CNBC sagte.

Experten finden Kritikpunkte

Die Aktien der UBS legen am Dienstagmorgen überdurchschnittlich zu. Die Schweizer Grossbank hatte insgesamt ein gutes Ergebnis für das zweite Quartal veröffentlicht, das auf Konzernebene über den Analystenerwartungen ausgefallen ist. Dennoch zeigen sich die Experten mit dem Zahlenkranz nicht vollumfänglich zufrieden. Als Enttäuschung wird der Abfluss von Geldern in der globalen Vermögensverwaltung gewertet.

Bis gegen 10.50 Uhr gewinnen die UBS-Aktien 2,8 Prozent auf 15,72 Franken - zwischenzeitlich waren sie gar bis auf 15,85 Franken gestiegen. Der Gesamtmarkt (SMI) notiert dagegen lediglich 0,34 Prozent über dem Schlussstand vom Vortag.

(sda/awp/mbü)

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