Wenn Versprechungen nicht eingehalten werden, leidet zwangsweise der Ruf. Dies gilt auch für Absolute-Return-Produkte, die mit dem Argument einer stabilen positiven Wertentwicklung verkauft wurden. Verschiedene Fonds erlitten jedoch massive Verluste und mussten teilweise gar geschlossen werden, weil wesentliche Risiken zu wenig berücksichtigt wurden. Es liegt auf der Hand: Eine Mehrrendite von jährlich 2% im Vergleich zum Geldmarkt ist nicht möglich, ohne Risiken einzugehen. Dies muss aber kontrolliert und systematisch geschehen. Swisscanto nutzt das grosse Know-how im Bereich der Märkte für Unternehmensanleihen (Investment Grade und High-Yield) und ergänzt dies durch Einschätzungen zu Fragen der passenden Duration und der Währungssituation. Gleichzeitig gilt es sicherzustellen, dass die Produkte stets genügend liquide sind. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass wir keine strukturierten Finanzprodukte einsetzen. Nur in zwei Punkten unterscheidet sich unsere Strategie für die Absolute-Return-Produkte von derjenigen für die übrigen Fonds:

Wir managen die Produkte nicht gegen eine Benchmark mit einer bestimmten Duration. Dadurch haben wir bei der Wahl der passenden Duration viel mehr Spielraum.

Mehr Flexibilität haben wir auch bei der Steuerung der Kreditrisiken. Wir können diese Risiken opportunistisch dort eingehen, wo dies gerade am meisten Erfolg verspricht.

Ganze Bandbreite nutzen

Ein Merkmal eines Absolute Return Bond Fund ist der flexiblere Einsatz von diversen Obligationeninstrumenten im Vergleich zu traditionelleren Obligationenfonds, welche sich an einem Index orientieren. Ein Obligationen- index repräsentiert meist eine mehr oder weniger homogene Obligationenklasse. Die Loslösung vom Index erlaubt es nun, Obligationen verschiedenster Laufzei-ten, Bonitäten, Länder und Währungen zu kaufen und schafft so die Möglichkeit, in verschiedene, nicht vollständig korre- lierte Obligationeninstrumente zu diversifizieren.

Da die Portfolios sich nicht an einer Benchmark orientieren müssen, lässt sich das Hauptziel einer absoluten Rendite besser erreichen. Die durchschnittliche Laufzeit des Fonds kann beispielsweise bewusst tief gehalten werden, um sich gegen das Risiko steigender Zinsen zu schützen. Oder es lassen sich Währungsrisiken stark vermindern und Gewichtungen bestimmter Obligationenklassen oder einzelner Titel flexibel gestalten. Derartige Strategien lassen sich am kostengünstigsten mit derivativen Finanzinstrumenten umsetzen, da Käufe und Verkäufe von Titeln im Vergleich zum Einsatz von Derivaten höhere Transaktionskosten mit sich bringen.

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Ein Obligationen-Portfolio nach dem Absolute-Return-Ansatz lässt sich wie folgt aufbauen: Ein Teil wird konservativ angelegt, vor allem in Staatsanleihen, der Rest erfolgt in Obligationen mit höheren Renditen und entsprechend tieferen Bonitäten. Zusätzlich werden Derivate zur Renditeoptimierung eingesetzt (als Optimierungs- oder Overlay-Strategie). Die Zins-, Kredit- oder Währungsrisiken werden über Futures, Swaps und Termingeschäfte aktiv gesteuert. Als weitere Renditequellen bieten sich auch opportunistische Investitionen in Wandelanleihen an.

Im Anlagefonds Swisscanto (LU) SICAV II Bond Absolute Return wird die optimale Zusammensetzung durch folgende Parameter sichergestellt:

Titelauswahl: Hier gilt die Vorgabe, dass mindestens 20% der Gelder in Obligationen von Schuldnern mit sehr hoher Bonität, also mit einem Mindestrating von AA- (Standard & Poor’s) oder AA3 (Moody’s) zu investieren sind. Die Hälfte davon muss in Staatsobligationen oder in Wertschriften mit gleichwertiger Liquidität angelegt sein. Dadurch hat der Fonds genügend Spielraum, um beim Rückzug von Geldern nicht Positionen verkaufen zu müssen, an denen der Portfolio-Manager eigentlich festhalten will. Der grössere Teil des Portfolios besteht aus Titeln mit mehr Renditepotenzial wie zum Beispiel Corporate Bonds, Staatsanleihen aus Schwellenländern, Asset Backed Securities oder Convertible Bonds.

Kreditrisiken: Die Renditeunterschiede zwischen den verschiedenen Obligationen-Kategorien entwickeln sich abhängig von der Konjunkturlage und der Bonität der Unternehmungen. Wie die Finanzkrise gezeigt hat, können sich die Renditedifferenzen von Corporate Bonds relativ zu Staatsanleihen massiv ausweiten und dann auch schnell wieder einengen. Der richtige Handlungszeitpunkt ist in einem solchen Zyklus entscheidend für den Portfolioerfolg.

Zinsrisiken: Die Duration als wichtigste Kennzahl für das Zinsänderungs-Risiko wird zum Beispiel mit Futures an den optimalen Wert gemäss unseren Analysen angepasst. Um das Risiko tief zu halten, erstreckt sich die Bandbreite der Duration von -2 bis +3 Jahre. Gerade hier liegt ein zentraler Vorteil der Absolute-ReturnStrategie: Zinsschocks führen im Unterschied zu herkömmlichen Obligationenprodukten nicht automatisch zu einem Perfor-manceverlust.

Währungsrisiken: Die Risiken werden mit Währungskontrakten abgesichert. Die Bandbreite der Absicherung gegen die Fondswährung beträgt 95-105%.

Convertible-Wette: Da die Fonds auch in Convertible Bonds investieren können, werden auch hier einzelne opportunistische Positionen eingegangen, um zusätzliche Renditen zu generieren.

Zu grosse Risiken werden in einem Absolute Return Bond Fund gemieden, denn es gilt, sich stets das Hauptziel einer positiven Rendite bei jedem Marktumfeld vor Augen zu halten.

Insgesamt präsentieren sich Absolute-Return-Strategien mit Obligationen aufgrund der breiten Diversifikation von Renditetreibern und Emittenten als grundsätzlich defensive Investition. Die Mehrrendite gegenüber einer Anlage im Geldmarkt stammt dabei nicht nur aus der Marktentwicklung, sondern zu einem substanziellen Teil von der Fähigkeit des Portfoliomanagers.