Auch in diesem Herbst versammelt die Basel Ancient Art Fair (BAAF) renommierte internationale Händler auf dem Gebiet der klassischen, ägyptischen und nahöstlichen Antike im eleganten Ambiente des «Wenkenhofs» in Riehen vor den Toren Basels. Die Barockresidenz liegt inmitten einer weitläufigen Gartenanlage im englischen Stil, die zum Spazieren durch die herbstliche Umgebung einlädt.

Der Auftritt weltweit führender Spezialisten macht diese Messe nicht nur zur grössten, sondern auch zur wichtigsten ihrer Art unter einem Dach: 15 Händler aus Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz, England und den USA präsentieren vom 6. bis 11. November 2009 Exponate der Klassischen Antike, Ägyptens und der frühen Hochkulturen Vorderasiens. Sie bringen ihre besten Stücke nach Riehen und machen die Messe so zum wichtigsten Treffpunkt des Herbstes für die Welt der Antike.

Gratis für Museumspassbesitzer

Der Spezialanlass lockt neben Sammlern aus aller Welt stets auch Museumsexperten, Innenarchitekten und interessierte Besucher nach Basel. Erstmals können in diesem Jahr Besitzer eines Schweizer oder Oberrheinischen Museumspasses die BAAF kostenlos besuchen. Und die drei Partnermuseen - das Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig, die Fondation Beyeler und das Museum der Kulturen - heissen Messebesucher mit besonderen Tarifen willkommen.

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Auch dieses Jahr darf man auf etliche Highlights gespannt sein. So zeigen die Royal Athena Galleries (New York) ein Kalksteinrelief aus Ägypten, Mittleres Reich, um 1938-1759 v.Chr. Ebenfalls aus New York kommt Alan Safani, der in diesem Jahr einen römischen Marmorkopf der Aphrodite aus der Zeit um 150 n. Chr. ausgewählt hat. Eine Statue der Aphrodite oder einer Nymphe, ca 1. Jh. n. Chr., die Charles Ede (London) vorstellt, gehört sicherlich zu den Glanzstücken der diesjährigen BAAF. Aus einer Tessiner Privatsammlung stammt ein attischer Glockenkrater, 5. Jh., v. Chr., den die Galerie Serodine aus Ascona neben einem römischen Marmorkopf eines Jungen zeigt. Eine attische rotfigurige Pelike, 460-450 v. Chr. ist bei der Jean-David Cahn AG (Basel) zu finden. Robert R. Bigler Asian & Egyptian Art (Rüschlikon/Zürich) zeigt rund 70 altägyptische Stücke, darunter einen Handspiegel aus Bronze mit einem Griff in Gestalt eines stehenden nackten Mädchens. Das seltene Stück stammt aus Ägypten, Neues Reich, 18. Dynastie, etwa 1400 v. Chr. Sycomore Ancient Art (Genf) präsentiert einen Priesterkopf aus schwarzem Stein, der - spätptolemäisch oder römisch - zwischen dem 1. Jh. v. Chr. und dem 1. Jh. n. Chr. zu datieren ist und aus einer deutschen Sammlung stammt.

Mumienporträt aus Ägypten

Ein sehr gut erhaltenes Mumienporträt eines Mannes, römisch, aus Ägypten und wahrscheinlich 3. Viertel des 4. Jh. n. Chr. ist am Stand der Galerie Günter Puhze (Freiburg i. Br.) zu sehen. Einen sabäischen Alabasterkopf aus Jemen, 1. Jh. v. bis 1. Jh. n. Chr., bietet das Antiken-Kabinett (Frankfurt am Main) an. Bei Roswitha Eberwein (Göttingen) ist ein ägyptisches Relieffragment aus Kalkstein zu finden, das wahrscheinlich zu einer Säule gehörte. Es ist mit Resten der Originalbemalung versehen und stammt aus dem Neuen Reich, 18. Dynastie, um 1353-1336 v. Chr. Das Fragment trägt die Namen von Echnaton und Nofretete und befand sich einst in der Schweizer Privatsammlung Kofler Truniger. Archea Ancient Art (Amsterdam) schliesslich offeriert einen vollständigen Satz von vier ägyptischen Kanopendeckeln in Gestalt der Köpfe der vier Horus-Söhne. Entstanden in der 21. bis 22. Dynastie, 1069-730 v. Chr., befanden sie sich zuletzt in einer niederländischen Privatsammlung.

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Das Spektrum der gezeigten Werke umfasst eine Preisspanne von unter 1000 bis über 1 Mio Fr. Interessante Entdeckungen im unteren Preissegment gibt es auch diesmal für Nachwuchssammler. So bietet etwa die Jean-David Cahn AG für 4500 Fr. einen hellenistischen Armreif für Kinder an. Das Schmuckstück aus dem 2. bis 1. Jh. v. Chr. ist aus einer eng gedrehten Spirale aus Golddraht gefertigt. Bei Charles Ede Ltd. ist ein mit Ornament dekorierter Skyphos, Athen, aus dem 5. Jh. v. Chr. für rund 1500 Fr. zu finden. Eine beachtliche Auswahl an Stücken mit Preisen zwischen 1800 und 4500 Fr. bietet die Galerie Puhze an. Dazu zählt ein Relieffragment der ägyptischen Spätzeit aus Kalkstein, das 3635 Fr. kostet. Auch Archea Ancient Art offeriert Objekte zu erschwinglichen Preisen: Eine attische, rotfigurige Lekythos - dekoriert mit einer Nike mit violettem Schal und einer kurzen Inschrift - ist für 4250 Fr. zu haben.

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Sicherheit wird grossgeschrieben

Alle Aussteller der BAAF gehören der International Association of Dealers in Ancient Art (IADAA) an. Dieser Verband bürgt für die Einhaltung strenger Richtlinien, was die Echtheit und Provenienz der angebotenen Objekte betrifft. Auch das 2005 eingeführte Kulturgütertransfergesetz (KGTG) hat den Standort Schweiz für den Handel mit antiker Kunst noch sicherer gemacht. Dies ist besonders für den Kauf von Objekten an Messen ein Vorteil. Darüber hinaus bietet auch das Art Loss Register (ALR) seine Dienstleistungen an. Es verfügt weltweit über eine der umfangreichsten Datenbanken für gestohlene und vermisste Kulturgüter. Ein Grossteil der angebotenen Exponate wurde bereits vom ALR überprüft.