ANTIKENMESSE. Obwohl das Sammelgebiet der Antiken das älteste überhaupt darstellt, ist es in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer mehr an den Rand eines Kunstmarkts gedrängt worden, der mittlerweile extrem einseitig von der Fokussierung auf junge und jüngste Kunst dominiert wird. Eine absolute Ausnahmeerscheinung war deshalb der Verkauf einer späthellenistischen Artemis-Bronze aus der Zeit um das Jahr null, für die das Auktionshaus Sotheby’s am 7. Juni 2007 einen Rekordpreis von 28,6 Mio Dollar erzielte.

Auch an der Basel Ancient Art Fair (BAAF), die vom 2. bis 7. November 2007 in der Reithalle des Wenkenhofs in Riehen bei Basel stattfindet, sind Objekte in einer Preislage von über 1 Mio Fr. zu finden – doch ist das eher die Ausnahme. Die Preise beginnen bei unter 1000 Fr. und ermöglichen auch jungen Sammlern den Einstieg in eines der wertbeständigsten Sammelgebiete, die es gibt.

Im Kunstmarkt fest etabliert

Mit ihrer vierten Durchführung hat sich die BAAF als Spezialmesse für Objekte der Klassischen Antike, Ägyptens und der frühen Hochkulturen Vorderasiens einen festen Platz im Kalender des internationalen Kunstmarkts erobert – für die etablierten Antikenspezialisten gehörte sie von Beginn weg zu den exklusivsten Veranstaltungen der Branche.16 führende Spezialisten aus Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz, England und den USA nehmen am diesjährigen Event teil; sie alle sind Mitglieder der International Association of Dealers in Ancient Art (IADAA). Diese bürgt für die Einhaltung strenger Richtlinien bezüglich Echtheit und Provenienz der Objekte. Zudem bietet das Art Loss Register (ALR), das weltweit über eine der umfangreichsten Datenbanken für gestohlene Kulturgüter verfügt, an der BAAF seine Dienstleistungen an: Aussteller, Sammler und Käufer können direkt vor Ort eine Recherche in Auftrag geben.Als vor zwei Jahren das neue Kulturgütertransfergesetz (KGTG) eingeführt wurde, war die Skepsis auf der Händlerseite gegenüber den neuen Kontroll- und Strafbestimmungen gross. Doch inzwischen hat sich gezeigt, dass das neue Gesetz nicht nur den Handel stärkt, sondern auch eine verstärkte Rechtssicherheit für Sammler darstellt. Der Standort Schweiz ist dadurch für den Handel mit antiker Kunst noch sicherer geworden. Dies bedeutet nicht nur einen Vorteil für den gesamten Kunstmarkt, sondern macht den Kunstkauf auch bei der BAAF noch attraktiver: Internationale Sammler, Museumsexperten und Interessierte können hier mit grösstmöglichem Vertrauen Objekte alter Kulturen erwerben.

Anzeige

Reserviert für die BAAF

Die Aussteller bereiten sich jeweils früh auf den Event in Basel vor und reservieren herausragende Objekte, die sie dann erstmals im Wenkenhof der Öffentlichkeit vorstellen. Dr. Robert Bigler, Asian & Egyptian Art (Rüschlikon/Zürich), präsentiert beispielsweise eine 18,5 cm hohe Sitzfigur der Neith aus dunkel patinierter Bronze, Ägypten, 25. Dynastie (ca. 700 v. Chr.), für einen Preis von 59000 Euro. Rupert Wace Ancient Art (London) bietet ein ägyptisches Kalkstein-Relieffragment an, das eine stehende weibliche Figur zeigt, die den Duft einer Lotusblume einatmet. Das hervorragende, 17 x 8,5 cm grosse Fragment stammt aus dem Mittleren Reich, 12. Dynastie (um 1980–1801 v. Chr.). Eine 47 cm grosse graugrüne Statue des Osiris aus Sandstein stellen die Royal-Athena-Galleries (New York) vor. Die Figur wird der 26. Dynastie (664–525 v. Chr.) zugeschrieben und befand sich zunächst in der Pariser Sammlung Pierre Vérité, dann in derjenigen dessen Sohnes Claude. Beim Angebot der klassischen Antike fällt ein Kopf des Hermarchos aus Marmor auf, den Charles Ede Ltd. (London) in Basel zeigt. Der epikureische Philosoph ist mit Bart und kurzem Haar im Nacken dargestellt. Die römische Kopie eines hellenistischen Originals ist im 1. Jh. n. Chr. entstanden und befand sich in einer französischen Privatsammlung. Die Jean-David Cahn AG (Basel) hat für die BAAF einen Torso des Meleager reserviert. Bei dem stehenden Heroen handelt es sich um eine Kopie eines Typus, der dem Bildhauer Skopas zugeschrieben wird und etwa um 340–330 v. Chr. zu datieren ist. Die vollständigste und besterhaltene Kopie befindet sich im Vatikan und zeigt den Helden – gemäss der griechischen Sage – nach der kalydonischen Eberjagd mit seinem Hund und dem Eberkopf als Trophäe. Der von der Jean-David Cahn AG angebotene Torso, der rund 220000 Fr. kosten soll, gehörte einst in die Sammlung des schwedischen Architekten Albert Tornquist (1819–1898). Die Galerie Serodine (Ascona) zeigt an ihrem Stand u. a. einen männlichen Marmor-Kopf des Corbulo-Typus, römisch, 1. Jh. v. Chr. Das hervorragend erhaltene Stück befand sich einst in einer südamerikanischen Privatsammlung.Im Bereich der Gefässe gibt es bei zahlreichen Ausstellern interessante Stücke zu entdecken. So präsentiert etwa die Galerie Jürgen Haering (Freiburg i. Breisgau) eine hervorragende attische schwarzfigurige Amphora mit kämpfenden Hopliten aus dem Umkreis des Antimenesmalers, die um 520 v. Chr. entstanden ist.