Derzeit bieten insgesamt 29 Emittenten an Scoach ihre strukturierten Produkte an. 23 davon haben jeweils mehr als 20 Produkte gelistet. Der letzte Marktreport des Schweizerischen Verbandes für Strukturierte Produkte (SVSP) zeigt zudem, dass im April 2010 der zweithöchste Umsatz der letzten 12 Monate verzeichnet wurde, was den Handel mit Derivaten an der Scoach betrifft. Das zeigt, dass das grosse Angebot auch auf Nachfrage trifft, und dies trotz Euro-Krise.

Ansprüche der Investoren steigen

Wer jedoch auch noch in fünf Jahren erfolgreich als Derivatespezialist im Schweizer Markt auftreten will, muss sich auf die gestiegenen Ansprüche der Investoren einstellen. Liquidität, Sicherheit und Transparenz sind gefragter denn je. Die dahingehenden Bemühungen seitens Emittenten werden seit einiger Zeit durch die Fachpresse beobachtet und kommentiert. Damit ist die Qualität des Services in vielen Bereichen erstmals vergleichbar und belegbar geworden. Um den neuen Anforderungen gerecht zu werden, sind eine topmoderne IT-Infrastruktur und die weitgehende Automatisierung vieler Prozesse Voraussetzung. Dazu sind jedoch längst nicht alle Emittenten in der Lage. Daher erwarten wir in den kommenden Jahren eine Konsolidierung des Marktes, die die Anzahl Zertifikate ausgebender Institutionen auf die Hälfte reduziert.

Zukunftsweisende Erneuerungen auf dem Zertifikatemarkt werden nicht nur von den Emittenten selbst getrieben. Auch der SVSP gibt bereits seit Jahren wichtige Impulse, um den Markt übersichtlicher zu gestalten. Beispielsweise aktualisiert und erweitert der Verein regelmässig seine Kategorisierung strukturierter Produkte, was für Anleger und Emittenten gleichermassen eine Richtlinie darstellt. Auch die Einführung einer Risikokennzahl auf Basis des Value-at-Risk-Ansatzes hat Schule gemacht und für mehr Klarheit und Transparenz gesorgt.

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Wie bedeutsam Liquidität für Anleger ist und auch wie sehr sich gute und schlechte Emittenten unterscheiden, zeigt der monatlich veröffentlichte Payoff Market Making Index. Er veranschaulicht die Qualität des Sekundärmarktes von Emittenten, indem er die Kursverfügbarkeit, den Bid-Offer-Spread und das Volumen der ausstehenden Produkte vergleicht. Auch wird aufgeführt, wie viele Produkte pro Emittent jeweils aktiv bewirtschaftet werden.

Pfandbesicherung als Plus

Gut positioniert für die Zukunft sind auch Emittenten, die strukturierte Produkte mit Pfandbesicherung anbieten. Sie können dadurch Marktanteile gewinnen, die sonst möglicherweise durch Gegenparteilimite oder aus Diversifikationsgründen anderswo platziert würden. Ausserdem schafft die Bereitschaft eines Emittenten, für zusätzliche Sicherheit des Anlegers Kosten und Mühen auf sich zu nehmen, Glaubwürdigkeit und Vertrauen.

Bei vielen Entwicklungsbedarf

Wer neben der Konkurrenz bestehen möchte, muss ausserdem mehr Informationen bereitstellen und alle Chancen und Risiken eines Zertifikates offenlegen. Das gilt nicht nur für die Auszahlungsszenarien bei Verfall eines Produktes, sondern auch für dessen Verhalten auf dem Sekundärmarkt. Hier haben einige Emittenten bereits gute Arbeit geleistet und stellen zusätzlich zum Termsheet eine Produktdokumentation bereit, die im Idealfall eine dynamische Risikokennzahl nennt und über Sensitivitäten zu Volatilität, Zinsen und Basiswertpreis informiert, um die Preisentwicklung auf dem Sekundärmarkt transparent zu machen. Hier besteht allerdings bei fast allen Anbietern noch viel Entwicklungsbedarf, bis Anleger diese Informationen tatsächlich nutzen können, um zu entscheiden, ob sie ein Produkt halten, kaufen oder verkaufen möchten.

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Wer in fünf Jahren noch auf dem Derivatemarkt mitspielt, wird also stark davon abhängen, wer seine Kunden mit exzellentem Service in puncto Transparenz, Liquidität und Sicherheit langfristig an sich binden kann.