Mehrere Hundert Apotheken nehmen am Projekt Netcare des Branchenverbandes Pharmasuisse teil. Mit an Bord sind auch das Krankenkassenschwergewicht Helsana und der Telemedizinspezialist Medgate. In jenen Fällen, in denen kein Besuch beim Hausarzt nötig ist, soll die medizinische Versorgung direkt in der Apotheke geschehen. Dabei will man beispielsweise auch Beratungen durch medizinisches Fachpersonal über Telefon- und Videokonferenzen anbieten.

Mit dem Ausbau der Erstberatung stossen die Apotheken tief ins klassische Geschäftsfeld der Hausärzte vor. Die Expansion hat zwei Gründe: Zum einen herrscht ein Mangel an Hausärzten. Gleichzeitig aber  verkaufen die Mediziner zum Missfallen der Pharmazeuten inzwischen oft selber Medikamente. «Die Apotheker stellen sich die Frage, warum sie sich auf ihr jahrhundertealtes Kerngeschäft beschränken sollen, wenn andere ständig dort hineindrängen», heisst es aus dem Umfeld des Verbandes. «Es ist ein gewisser Konkurrenzkampf da», sagt dazu Reto Wiesli, Geschäftsführer des Schweizer Hausärzte-Verbandes. «Dem sehen wir aber gelassen entgegen.»