Der Mechanismus ist immer der gleiche: «Apple kommuniziert im Vorfeld posierlich niedrige Prognosen, um diese dann geradezu zu vernichten», so der Kommentar zur aktuellen «Grafik des Tages» von «Businessinsider.com». Das US-Wirtschaftsportal hat für einmal keine Kursbewegung an der Börse analysiert, sondern im Vorfeld der für heute Nacht anstehenden Quartalszahlen von Apple quasi Dichtung und Wahrheit miteinander verglichen (siehe Grafik unten).

Daraus abgeleitet ist klar, wo der Zahlenkranz liegen wird: Der Gewinn pro Aktie wird bei 12.41 Dollar ausgewiesen, obwohl Apple selbst im Vorfeld deren 8.50 Dollar angekündigt hatte, die durchschnittliche Markterwartung liegt bei 10 Dollar. Der Umsatz würde nach Berechnungen von «Businessindsider.com» bei 38,51 Milliarden Dollar (Erwartung: 36,63 Milliarden) liegen.

Zugegeben: Diese mathematische Annäherung an den Apple-Mechanismus weist einen hohen spielerischen Charakter auf. Und trotzdem steckt eine grosse Portion Wahrheit mit drin: Dass Konzerne im Vorfeld von Zahlenpublikationen die Erwartungshaltung tief halten, um so positive Überraschungen erzielen können, ist natürlich kein Einzelfall - aber schon Apple-Gründer Steve Jobs beherrschte das Spiel mit Analysten, Investoren und Medien.

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«Ist gut bei Apple gut genug?», fragt denn auch beispielsweise «Welt Online». Und stellt fest: «Es ist ein bisschen wie beim Date: Je grösser die Erwartungen, desto grösser das Potenzial zur Enttäuschung.» Mit den vergangenen Quartalszahlen, die das Weihnachtsgeschäft beinhaltet hatten, gelangt Apple auch unter Jobs-Nachfolger Tim Cook ein sogenannter «Blowout» - eine totale Pulverisierung der Markterwartungen.

Was dann passiert, wenn Apple «nur normale» Zahlen liefern sollte, zeigte sich im vergangenen Herbst, als die Aktie - trotz Rekordzahlen - unmittelbar nach Ergebnisbekanntgabe um 7 Prozent abschmierte.

Heute nach Börsenschluss an der «Wall Street» wird das Geheimnis gelüftet.


(Quelle: businessinsider.com)