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Apple: Gesetzesverstösse und Angriff auf die Gehirne

Mythos Apple: Selbst vor der Eröffnung von Ladengeschäften (im Bild: San Francisco) brodelt die Gerüchteküche. (Bild: Bloomberg)

Die ARD hat im «Markencheck» wissenschaftlich getestet, was hinter dem Hype um iPhone, iPad & Co. steckt. Filmaufnahmen zeigen, dass Apple chinesische Arbeitsgesetze nach wie vor missachtet.

Veröffentlicht am 04.02.2013

Apple ist eines der wertvollsten Unternehmen der Welt - ungefähr gleich wie wert wie die fünf grössten Dax-Unternehmen an der Frankfurter Börse. Grund genug für das Erste Deutsche Fernsehen (ARD), in einem «Markencheck» unter die Lupe zu nehmen, weshalb die iPhone, iPad & Co. für viele Menschen Statussymbole darstellen.

Gemeinsam mit Neurowissenschaftler Jürgen Gallinat machte die ARD in Berlin den Check: 25 Personen sahen Bilder von Produkten von Samsung und Apple. Während einer Stunde in der Magnetresonanztherapie (MRT) wurde erforscht, was im Gehirn geschieht: «Es gibt einen Hirnbereich, der beim Sehen von Samsung-Produkten aktiver ist – der sogenannte Präfrontale Kortex», so das Resultat.

Die Vermenschlichung einer Maschine

Dies sei ein wichtiges Hirnareal, welches mit Entscheidungsfindung, Abwägung und Nachdenken verknüpft ist. «Bei Apple wird eine andere Hirnregion aktiviert», so das Testresultat – und zwar die, die mit dem Mögen und dem positiven Bewerten von Personen verbunden ist.

Eine Interpretation könnte laut Professor Galinet diejenige sein, «dass Samsung eher ein Produkt ist, welches mit dem Kopf zu tun hat, während Apple eher ein Produkt ist, welches mit dem Bauch oder dem Bauchgefühl zu tun hat.»

Weiterer erstaunlicher Befund: «Zwei weitere Hirnregionen fallen beim Betrachten der Apple-Produkte besonders auf. Sie werden aktiviert, wenn Menschen ein Gesicht sehen oder emotionale Gesichter bewerten.» Laut Gallinat deshalb aussergewöhnlich, weil Apple kein Gesicht habe. «Demnach hat Apple es geschafft, ein Gerät zu vermenschlichen» so Gallinat.

Einfache Bedienung, zu teure Preise

Am Institut «Mensch – Maschine – Interaktion» der RWTH Aachen wurden zudem drei aktuelle Tablets punkto Handhabung getestet: das iPad 4, das Surface von Microsoft und das Samsung Galaxy.

Das Fazit von Professor Jan Borchers: «Das iPad ist einfacher zu bedienen als die Marktkonkurrenten – unabhängig von der Altersgruppe.»

Schlecht schneidet Apple beim Punkt «Preis» ab: In die Einzelteile zerlegte Geräte bringen buchstäblich exorbitante Margen ans Tageslicht. 

Verstoss gegen chinesische Gesetze

Nichts Neues in Sachen Fairness: Die ARD zeigt Filmaufnahmen aus einer Fabrik, in der die Beschäftigten zum Teil für einen Stundenlohn von umgerechnet einem Euro arbeiten und sich in einem heruntergekommenen Arbeiterwohnheim einen Raum mit 14 Personen teilen müssen. Gezeigt werden Wohnbauten, die laut einer ehemaligen Foxconn-Mitarbeiterin vergittert seien, damit sich die Bewohner nicht aus dem Fenster stürzen.

Nach wie vor verstösst Apple bei der Produktion in China gegen die örtlichen Gesetze zum Arbeiterschutz. «Zahlreiche Arbeiter berichteten dem WDR-Team über wöchentliche Arbeitszeiten von 60 Stunden und mehr», heisst es

Brisant: Apple bestritt die Gesetzesverstösse nicht – teilte aber mit, dass der grösste Zulieferer Foxconn bis Juli 2013 seine Fabriken in Einklang mit den chinesischen Gesetzen bringen wolle. «Ab dann solle dort das rechtliche Maximum von umgerechnet 49 Stunden in der Woche gelten», heisst es.

Andere Zulieferbetriebe wurden nicht erwähnt.

(vst/aho)

ARD-Mediathek

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