Der wertvollste Konzern der Welt ist 40 Jahre alt: Am 01. April 1976 gründeten Steve Jobs, Steve Wozniak und Ron Wayne den US-Techkonzern Apple. Die drei Pioniere schufen damals eine Computerfirma. Heute ist Apple viel mehr: Handyhersteller, Zahlungdienstleister und wohl bald auch ein Autobauer.

Der grosse Geldbringer sind denn auch nicht mehr die Mac-Computer, sondern das iPhone. Fast 70 Prozent des Umsatzes macht Apple mit dem Handy – es ist die die Basis für den Erfolg des Unternehmens. Den Zusatz «Computer» strich der Konzern schon im Jahr 2007 aus seinem Namen.

Angestaubte Mac-Modelle

Computer sind nicht mehr das Kerngeschäft. Das lässt Apple die Mac-Nutzer spüren. So stammt der neuste Mac-Rechner vom Oktober 2015, wie die «Welt» schreibt. Verschiedene Modelle, wie etwa das MacBook Pro, der Mac Mini und der Profirechner Mac Pro, hat der Konzern schon länger nicht mehr überarbeitet.

Der Bedeutungsverlust des Geschäfts mit Computern zeigt sich auch am langsamen Niedergang der Macintosh User Groups (MUG). Seit den Achtziger Jahren versammeln sich darin die Fans der ersten Stunde. In den Vereinigungen dreht sich alles um Mac-Geräte und -Software.

ETH-Studenten ergreifen Initiative

Auch in der Schweiz gründete sich Mitte der Achtziger Jahre eine Gruppe: Studenten der ETH Zürich schlossen sich zusammen, um den begehrten Macintosh-Computer aus den USA zu importieren. Das Wundergerät war damals in der Schweiz noch nicht erhältlich.

Später waren Mac-Computer auch hierzulande im Verkauf, und der Fokus des Vereins wechselte auf den Austausch von Informationen. Mit den Jahren wuchs die Organisation, im Jahr 2000 hatte die Macintosh Users Switzerland etwa 2000 Mitglieder.

Immer kleiner, immer älter

Heute sind nur noch 800 bis 900 Mac-User dabei – fast ausschliesslich über 50-Jährige, wie Präsident Werner Widmer erzählt.  Auch in anderen Ländern werden die Klubs immer kleiner und die Mitglieder immer älter. Aktuell gibt es laut der «New York Times» noch wenige hundert MUG, in der ersten Hälfte der Neunziger Jahre waren es mehrere Tausend.

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Der Niedergang begann mit dem Internet: Früher mussten sich Mac-User ihre Informationen selber zusammensuchen – heute ist alles per Mausklick im Internet erhältlich. «Die Digital Natives brauchen uns nicht mehr», sagt Präsident Widmer.

Sein Charisma hat Apple bewahrt

Doch es liegt nicht nur an der Informationsbeschaffung. Denn Apple konzentriert sich immer stärker auf die Unterhaltungselektronik. Vom Geschäft mit Server-Hardware haben sich die Kalifornier beispielsweise verabschiedet, und wie lange sie noch Server-Software anbieten, ist ungewiss.

«Das Verhältnis zum Konzern ist nicht ungetrübt», sagt Widmer. Bei Apple drehe sich heute alles nur noch um das iPhone oder das Betriebssystem iOS. Apple habe als Unternehmen immer noch Charisma. Die Zeiten, als «David» Apple gegen die Goliaths IBM oder Microsoft kämpfte, seien aber lange vorbei.

«Sie ermöglichten uns das Weitermachen»

Dabei hat Apple den Macintosh User Groups viel zu verdanken – Guy Kawasaki, ein ehemaliger Top-Manager von Apple, hält ihre Treue für zentral für die Zeit in den Neunzigern, als das Unternehmen vor dem Kollaps stand. «Sie schenkten uns die Unterstützung und den Enthusiasmus, denn der Markt nicht bot», sagte Kawasaki der «New York Times». «Sie ermöglichten uns das Weitermachen.»

Dieser Text ist in einer vorherigen Version bereits im September 2015 erschienen.