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Ausblick
Apple nimmt Anlauf zum Superzyklus

Apple: Heute legt der Konzern Zahlen vor. Keystone

Heute präsentiert Apple seinen Quartalsbericht. Kann der Techkonzern die Vorfreude auf das iPhone 8 noch stärker schüren? Auf fünf weitere Punkte gilt es zu achten.

Von Marc Bürgi
am 02.05.2017

Der teuerste Konzern der Welt wird immer wertvoller: Seit Anfang Jahr ist der Börsenkurs von Apple um über ein Viertel gestiegen, in den vergangenen zwölf Monaten gar um über 60 Prozent. Fast 148 Dollar ist die Aktie des Techkonzerns mittlerweile wert. Und der Aufwärtstrend dürfte sich aus Sicht vieler Analysten fortsetzen – die Credit Suisse etwa traut dem Titel die Marke von 170 Dollar zu.

Die Begeisterung lässt sich mit einem Begriff erklären: Superzyklus. Es ist die Hoffnung, welche die Analysten vor allem mit dem iPhone 8 verknüpfen. Das neue Smartphone soll so gut sein, dass Apple seine Verkäufe massiv steigern kann. Möglicherweise wird das Gerät über bahnbrechende Funktionen verfügen – etwa einer Kamera, die räumliche Informationen verarbeiten kann. Ziemlich sicher hat es zumindest einen neuartigen Bildschirm.

Ob die Vorfreude gerechtfertigt ist, wird sich im September zeigen, wenn Apple das iPhone 8 lanciert. Heute Dienstag steht noch das aktuelle Geschäft im Fokus: Am späten Abend Schweizer Zeit wird Apple seine Quartalszahlen präsentieren. Die folgenden Punkte interessieren dabei besonders.

Was macht Apple mit dem vielen Geld?

Apple wird bekanntgeben, um wie viel die Bargeldreserven gewachsen sind. Mittlerweile dürfte der Konzern unglaubliche 250 Milliarden Dollar in Cash besitzen – zum Vergleich: Das ist mehr als der gesamte Börsenwert von Nestlé mit 241 Milliarden Dollar.

Investoren hoffen, dass Apple sie wegen dem vielen Geld mit einer Sonderdividende beglückt – davon würden besonders Grossaktionäre wie Investorenlegende Warren Buffett profitieren.

Apple könnte aber auch eine grosse Übernahme planen – als Kandidaten genannt werden etwa der Autobauer Tesla oder der Streamingdienst Netflix. Bislang war für Apple eine Grossübernahme in den USA schwierig, weil der Konzern einen Grossteil der flüssigen Mittel aus Steuergründen ausserhalb des Landes hortet. Nun bietet sich die Chance, das Geld steuergünstig nach Hause zu bringen: Präsident Donald Trump möchte Konzernen zum Spezialtarif erlauben, Auslandsvermögen in die USA zurückzuführen.

Wie viele iPhones verkaufte Apple?

Im Weihnachtsquartal 2016 konnte Apple mehr iPhones verkaufen als erwartet. Sehr gut entwickelten sich insbesondere die Verkäufe des iPhone 7 – zuvor hatte Apple lange Mühe gehabt, das Geschäft mit dem neusten Smartphone in Schwung zu bringen.

Analysten erwarten, dass der Konzern im ersten Quartal etwa 52 bis 53 Millionen iPhones verkaufen konnte, nach 51,2 Millionen ein Jahr zuvor laut der «Financial Times». Gespannt sind sie auch auf die Prognosen fürs nächste Quartal. In den Sommermonaten könnte der iPhone-Absatz schwächeln, wenn Kunden zuwarten, um das iPhone 8 zu erhalten. Apple dürfte einen Absatz von 42 Millionen Geräten anstreben, nach 40,3 Millionen ein Jahr zuvor.

Wie stark sank der Absatz in China?

In China hat Apple Probleme – nachdem die Amerikaner in dem Markt in den letzten Jahren unglaublich zulegen konnten. Jetzt machen einheimische Hersteller wie Oppo, Vivo und Xiaomi dem iPhone-Konzern immer stärker Konkurrenz. Im Weihnachtsquartal sank der Umsatz von Apple dort um 18 Prozent. Auch Anfang 2017 dürfe der Absatz von iPhones geschrumpft sein. Vielleicht wird Apple mit dem iPhone 8 die Wende gelingen.

Lässt sich Apple etwas zu den Airpods entlocken?

Apple ziert sich, ausführliche Zahlen zur Apple Watch zu liefern. Nur den Absatz gibt der Konzern bekannt: 4,6 Millionen Stück verkaufte der Konzern Ende 2016. Im Startquartal 2017 dürfe Apple laut Analyst Neil Cybart 1,9 Millionen der Smartwatches verkauft haben – ein Viertel mehr als vor einem Jahr.

Interessant wird auch sein, wie sich die Airpods verkaufen. Der Konzern konnte seine drahtlosen Kopfhörer nur mit grosser Verspätung auf den Markt bringen. Kunden in der Schweiz mussten ebenfalls lange warten. Ob sich der Konzern zu den Ohrstöpseln eine Zahl entlocken lässt, ist offen – Analyst Cybart geht von 2 Millionen verkauften Ohrhörern aus.

App Store, Apple Pay und Co.

Für den iPhone-Konzern Apple wird das Geschäft mit Software-Dienstleistungen immer wichtiger. Im Weihnachtsquartal nahm der Konzern 7,1 Milliarden Dollar mit seinen sogenannten Services ein – dazu gehören etwa der Bezahldienst Apple Pay und die Datenwolke iCloud. Die Börse erwartet, dass Apple sich als Dienstleister weiter steigert. Dadurch wird der Techkonzern weniger stark von seinem Geschäft mit den iPhones abhängig.

Schliesslich hoffen Analysten auch auf Hinweisen zu Apples Zukunftsprojekten. Bekanntlich will Apple beispielsweise ins Geschäft mit selbstfahrenden Autos einsteigen. Gerüchteweise entwickeln die Kalifornier auch eine Augmented-Reality-Brille: Eine intelligente Datenbrille, die eine neue Wahrnehmung ermöglicht.

Ein Blick zurück - so startete das iPhone vor zehn Jahren:

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