Bei den Absatzzahlen sieht es für Nokia düster aus: Im zweiten Quartal gingen die Verkäufe von mobilen Geräten von 111 auf noch 88,5 Millionen Einheiten zurück. Im hart umkämpften Smartphone-Bereich war der Rückgang noch gravierender: Gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres sanken die Verkäufe von 25,2 auf noch 16,7 Millionen Stück.

Der Umsatz sank derweil von gut 10 auf noch 9,275 Milliarden Euro.

Dass Nokia im zweiten Quartal trotzdem auf einen operativen Gewinn von 391 Millionen Euro kommt, verdankt er einer Zahlung von Apple. Nach einem zweijährigen Patentstreit konnten sich Nokia und Apple im vergangenen Juni einigen. Apple wurde zu einer Einmalzahlung verpflichtet, die nun bei Nokia positiv zu Buche schlug; weiter einigten sich die Konzerne auf einen Lizenzvertrag, der Apple zur regelmässigen Zahlung von Gebühren verpflichtet.

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Nokia hatte Apple seit 2009 vorgeworfen, vor allem mit iPhones und später auch dem iPad-Tablet zahlreiche Patente zu verletzen. Dabei ging es hauptsächlich um Details der GSM-Technologie.

Das nun ausgewiesene Quartalsresultat übertraf trotz der schlechten Absatzzahlen die Erwartungen. Die Schätzungen der Experten reichten im Vorfeld von einem Verlust von 35 Millionen bis hin zu Gewinnen von 285 Millionen Euro. Das Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks (NSN) wies einen bereinigten Betriebsgewinn von 40 Millionen Euro aus und verfehlte damit die Erwartungen.

Analysten hatten dem Joint Venture einen operativen Gewinn von 68 Millionen Euro zugetraut. In den Monaten April bis Juni setzte NSN 3,6 Milliarden Euro (Prognose 3,4 Milliarden Euro) um. Für das dritte Quartal zeigt sich das Unternehmen vorsichtiger und peilt nur noch 3,2 bis 3,5 Milliarden Euro Umsatz an.

Die Aktienmärkte honorierten die Zahlen, vor allem aber auch den geschäftlichen Ausblick mit steigenden Kursen. Nokia legten vorübergehend bis zu acht Prozent zu.

(cms/laf/sda/awp)