Nach dem Start einer App, die Android-Smartphones in Facebook-Handys verwandeln kann, spricht das weltgrösste Online-Netzwerk auch mit Apple über eine noch tiefere Integration in iPhones und iPads. Ähnliche Verhandlungen gebe es aber auch mit Microsoft, sagte Facebooks Produktchef Adam Mosseri in einem Interview der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. «Wir haben ihnen gezeigt, was wir entwickelt haben und wir sind in fortlaufenden Gesprächen.»

Die App Facebook Home zeigt statt des üblichen Sperrbildschirms eines Smartphones die Neuigkeiten von Facebook-Freunden eines Nutzers an. Ausserdem rückt mit ihr der Chatdienst des Online-Netzwerks in den Vordergrund, über den man in immer mehr Ländern auch telefonieren kann. Zunächst ist Facebook Home nur für ein halbes Dutzend neue Geräte verfügbar, es sollen aber schnell mehr werden.

Anders als die Android-Variante

Ein App für Apples iOS-System könnte anders aussehen als die Android-Variante, schränkte Mosseri ein. Da Android ein offenes System ist, konnte das Netzwerk Facebook Home im Alleingang entwickeln.

In der iPhone-Welt ist das nicht möglich, weil das iOS-Betriebssystem fest in der Hand von Apple liegt, betonte Chefentwickler Cory Ondrejka schon bei der Ankündigung der App. «Der einzige Weg, wie man einen Dienst tiefgreifend auf iPhone und iPad integrieren kann, ist, mit Apple zusammenzuarbeiten», sagte er der Agentur DPA.

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Mobiler Zugriff wird die Norm

Für Facebook ist Home eine zentrale Säule der neuen mobilen Strategie. Immer mehr der über einer Milliarde Mitglieder greifen auf den Dienst inzwischen von Smartphones und Tablets zu. Facebook muss es schaffen, in grossen Stil Geld mit Werbung auch auf diesen Geräten zu verdienen.

Das ist entscheidend für die finanzielle Zukunft des Online-Netzwerks und den schwächelnden Aktienkurs. Zuletzt kam rund ein Viertel der Anzeigenerlöse aus dem mobilen Geschäft. Home ist derzeit werbefrei. Facebook hat aber bereits angedeutet, dass künftig dort auch Werbung erscheinen soll.

(se/aho/awp)