Das US-Verteidungsministerium ist hochgradig empfindlich – und setzt bei der mobilen Kommunikation bis jetzt ausschliesslich auf Blackberrys. Das dürfte sich schon bald ändern: Der Smartphone-Krieg zwischen den beiden Platzhirschen Apple und Samsung soll sich laut Bericht des «Wall Street Journal» («WSJ») ins Pentagon verlagern.

Nach Angaben gut unterrichteter Personen wird das Pentagon in den nächsten Wochen sowohl das Galaxy-Smartphone von Hersteller Samsung, als auch die iPhones und iPads von Produzent Apple für den Gebrauch in den nationalen Sicherheitsbehörden zulassen, heisst es.

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Streng bewachter Sicherheitsapparat

Beide Unternehmen versuchen seit längerem, die Abteilungen des US-Verteidigungsministeriums als Kunden zu gewinnen. Es gelte als «höchste Ehre», in den streng bewachten Sicherheitsapparat der Vereinigten Staaten vordringen zu können. «Und wer erst einmal die strengen Hürden im Verteidigungsbereich überwunden hat, hat gute Chancen, auch von anderen sicherheitsbewussten Kunden – etwa Banken oder Anwälte – akzeptiert zu werden», heisst es.

Die amerikanische Defense Information Systems Agency (DISA) regelt, welche kommerzielle Technologie im Pentagon verwendet werden darf. Samsungs Galaxy-Smartphones dürften dann zum Zuge kommen, wenn sie mit Samsungs Sicherheitssoftware Knox ausgestattet seien, zitiert das «WSJ» zwei mit dem Zulassungsprozess vertraute Personen.

Mehr als drei Millionen Mitarbeiter

Unabhängig von der erwarteten Samsung-Zulassung dürfte die DISA nach Auskunft der gut unterrichteten Personen auch beschliessen, dass das neueste Betriebssystem von Apple, das iOS 6 einem anderen Sicherheitsstandard des Pentagon genügt. «Damit könnten iPhones und iPads künftig von US-Militärbehörden für nicht-vertrauliche Kommunikation wie Mails und die Internetsuche genutzt werden», heisst es.

Das US-Verteidigungsministerium ist Arbeitgeber für mehr als drei Millionen Menschen – nicht alle sind jedoch mit Dienstgeräten ausgerüstet.

Samsung, Apple und die DISA lehnten gegenüber dem «WSJ» jeglichen Kommentar ab.

(vst/aho)