Seit letztem Freitag lässt sich die Apple Watch in ausgewählten Ländern vorbestellen. Offizieller Verkaufsstart ist der 24. April. Doch die Gadgets scheinen schon jetzt wegzugehen wie warme Semmeln. Laut Marktforschern sollen alleine in den USA knapp 1 Million Einheiten in den ersten 24 Stunden vorbestellt worden sein.

Apple selber lässt sich bezüglich Verkaufszahlen nicht in die Karten schauen. Konzern-Chef Tim Cook erklärte im Oktober, er wolle sich bedeckt halten. Fakt ist: In den Online-Stores von Apple war die erste Charge der Uhren-Modelle bereits nach rund sechs Stunden ausverkauft. Wer im Apple-Store nicht zu den ersten Bestellern gehörte, muss jetzt mit Lieferzeiten bis Juni rechnen.

Kunden fahren auf Sport-Modell ab

Laut dem US-Marktforschern der Firma Slice Intelligence sollen am Freitag basierend auf einer Erhebung unter 9080 Online-Käufern 957'000 Apple Watches in den USA vorbestellt worden sein. Käufer hätten im Schnitt 1,3 Uhren zu einem Preis von 503,83 Dollar vorbestellt.

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Gefragt sei vor allem die Apple Watch Sport. Laut einer Auswertung von diversen Technologie-Blogs und Research-Firmen hätten über 50 Prozent das Einsteiger-Modell gewählt. Laut Slice Intelligence entschieden sich gar 62 Prozent der Kunden für diese Uhr. Im Schnitt gaben sie dafür 382,83 Dollar aus. In den USA ist das Modell ab 349 Dollar zu haben und ist aus Aluminium und Glas gefertigt.

Grösser statt kleiner

Ein Drittel habe sich auf die «reguläre» Apple Watch gestürzt, die ein Gehäuse mit Edelstaht und Saphirglas hat. Die ersten Besteller gaben durchschnittlich 707,04 Dollar für das Modell aus. Erhältlich ist es es ab 549 Dollar. Rund 3 Prozent hätten beim Luxus-Modell aus Gold ab einem Startpreis von 10'000 Dollar zugegriffen.

Stimmen die Zahlen der Maktforscher von Slice Intelligence, dann stehen die Apple-Fans auf die grösseren Gadgets. 71 Prozent der US-Kunden hätten sich für das Modell mit einem 42 Millimeter grossen Gehäuse entschieden. Die 4 Milimeter kleineren Uhren haben entsprechend in den Online-Stores kürzere Lieferfristen. Zudem: Jeder zweite habe sich eine Uhr mit schwarzem Plastikarmband bestellt, 16 Prozent ein weisses. Am dritthäufigsten wollten Kunden das Milanaise-Armband aus feingliedrigem Metall.

Konkurrenz für Schweizer

In den kommenden Wochen werden rund um den Globus Analysten intensiv über mögliche Zahlen rätseln. Sie sollen Hinweise auf den weiteren finanziellen Erfolg des iPhone-Herstellers geben. Immerhin ist Apple mit der Uhr in eine neue Produkte-Kategorie vorgestossen. Die Smartwatch soll auch dem Schweizer Uhrenmarkt Umsatzzahlen streitig machen.

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Haben die bisherigen Prognosen nur ansatzweise recht, ist klar: Für  den erfolgsverwöhnten Tim Cook ist Verkauftsstart der Apple Watch ein Hit. Das Gadget ist neben den USA auch in, Grossbritanien, Frankreich, China, Japan, Australien, Hongkong und Deutschlang vorbestellbar. Die Millionen-Marke dürften die Kalifornier in den ersten 24 Stunde längst geknackt haben.

Grosser Ansturm oder kleine Menge?

Zum Vergleich: Am ersten Tag der Vorbestellungen des iPads im März 2010 gingen in den USA am ersten Tag lediglich 120'000 Einheiten weg. Die Million erreichte Apple erst nach knapp einem Monat. Mit dem iPhone 6 dürfte die Apple Watch allerdings nicht mithalten können. In den ersten 24 Stunden wurden im letzten September weltweit über 4 Millionen des Kassenschlagers vorbestellt.

Auch wenn die erste Ladung Apple Watches bereits ausverkauft ist – bei der Interpretation ist Vorsicht geboten. Denn entweder war die von Apple verfügbare Menge zu gering oder die Nachfrage war tatsächlich riesig. Einen Hinweis gab Tim Cook am letzten Freitag dennoch. Als er einen Apple Store im kalifornischen Palo Alto besuchte, sagte er gegenüber dem TV-Sender CNBC: «Die Vorbestellungen verlaufen grossartig.»