Apple legte diese Woche das zweitbeste Quartalsergebnis der Firmengeschichte vor. Künftig soll dem US-Technologieriesen auch die Apple Watch Milliarden-Umsätze bescheren. Dafür sieht es nicht schlecht aus. Die intelligente Uhr scheint seit dem Verkaufsstart vergangene Woche bei den Fans gut anzukommen.

Ob die Nachfrage tatsächlich gross ist oder Apple Lieferschwierigkeiten hat, ist unklar. Tatsache ist: Die erste Charge der Smartwatch war in den ausgewählten Ländern schon kurz nach Verkaufsstart ausverkauft. Im Netz werden die Wartezeiten bis mindestens Juni angegeben.

An einen Flopp glaubt niemand

Nicht nur Apple-Fans reissen sich um das Gadget. Auch Firmen rund um die Welt haben die Uhr im Visier. Sie drängen mit ihren Apps auf die Smartwatch und erweitern ihre Anwendungen für Fahrpläne, Fitnessdaten, Wetter, Reservierungen in Restaurant oder Online-Banking um entsprechende Funktionen.

Auch in der Schweiz werkeln etliche Firmen an neuen Anwendungen – auch wenn es die Apple Watch hierzulande noch gar nicht gibt. Der offizielle Verkaufsstart ist ungewiss. Dennoch scheinen es einige hiesige Firmen eilig zu haben. Sie haben schon jetzt Zeit und Geld investiert, um von Anfang an auf der Computeruhr mit dem Apfel-Logo vertreten zu sein. An einen Flop der Uhr glaubt öffentlich niemand.

«Wir wollen von Anfang an dabei sein»

So will etwa das Online-Adressverzeichnis Local.ch zu den ersten auf der Apple Watch gehören. Die App wurde schon jetzt angepasst. «Wir wollen bei der Apple Watch von Anfang an dabei sein», sagt Mediensprecher Gregor Faust. So könne man sehen, wie die Anwendung funktioniere und in welche Richtung sich die Dinge entwickelten, so Faust. «Wir sehen grosses Potenzial in der Apple Watch.» Vor allem auch, weil die Schweiz ein iPhone-Land sei. Das verspricht eher noch Erfolge für die Uhr, die nur mit einem iPhone funktioniert.

Für die Apple Watch bereit ist auch der Zürcher Softwareentwickler Netcetera mit seiner Wemlin-App, die Abfahrtszeiten des öffentlichen Verkehrs und die nächstliegenden Haltestellen anzeigt. Auch Netcetera will schon vor dem Schweizer Verkaufsstart der Smartuhr bereit sein. «Wir hatten den Ehrgeiz, mit Wemlin zu den Ersten auf der Apple Watch zu gehören.» Dadurch liesse sich einem breiten Publikum zeigen, was die Firma als Softwareentwickler könne, sagt Produktmanagerin Kate Rageth.

Doch was, wenn die Uhr floppt? Rageth winkt ab: «Die erste Charge war ja sofort ausverkauft.» Das habe Netcetera darin bestätigt, dass Apps für die Apple Watch für einen breiten Markt interessant seien.

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Swisscom, UBS und SBB wollen aufs Handgelenk

Auch der Platzhirsch setzt auf die neue Computeruhr aus Kalifornien. Die Swisscom macht gerade seine Telefon- und SMS-App «iO» fit fürs Handgelenk. «Wir sind bereits dran, unsere App für die Apple Watch anzupassen», sagt Mediensprecher Olaf Schulz. Swisscom sei es wichtig, auf allen wichtigen Geräten ihre Dienste anbieten zu können – dazu gehöre in Zukunft sicherlich auch die Apple Watch, ist man beim Telekommunikationskonzern überzeugt.

Die SBB hat die Smartwatch ebenfalls schon heute ins Visier genommen. Einen Release der «SBB Mobile»-App sei geplant, sobald die Apple Watch offiziell in der Schweiz verfügbar sei, lassen die Bundesbahnen ausrichten.

Ins gleiche Horn bläst die Grossbank UBS. Eine angepasste App gibt es zwar noch nicht. Dennoch läuft die Entwicklung. Auf dem Smartphone zeigt das App der UBS für das Mobile-Banking Push-Nachrichten an. «Wir planen, diese Benachrichtigungen auch auf der Apple Watch anzubieten», teilt das Geldhaus mit.

«Die Apple Watch läuft uns nicht davon»

Das bekannte Schweizer Startup Threema hingegen hat es gar nicht eilig. Die App für Kurznachrichten gibt es noch nicht für die Uhr. «Die Apple Watch ist zwar wichtig, hat aber bei uns nicht höchste Priorität», sagt Marketingchef Roman Flepp. Allerdings sei Threema daran, eine Entwicklung zu evaluieren. Dabei würden auch sicherheitstechnische Aspekte eine Rolle spielen.

Sobald alle Fragen geklärt seien, entscheide die Firma, ob und wann man mit der Entwicklung der Threema-App für die Apple Watch beginnen möchte, sagt Flepp. Die Zeit drängt offenbar nicht. «Die Apple Watch läuft uns nicht davon.»

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