Apple hat am Dienstagabend die Zahlen fürs 3. Geschäftsquartal präsentiert. Diese lagen mit einem Umsatzwachstum von 1 Prozent und einem Gewinnrückgang von 20 Prozent pro Aktie überraschend über den Erwartungen der Analysten - wobei sich diese auf sehr tiefem Niveau bewegten.

Oder man kann auch sagen, die Erwartungen sind auf einem realistischen Niveau angekommen und nicht mehr so exorbitant abgehoben, wie in den letzten paar Jahren. Der Umsatz von 35,3 Milliarden Dollar ist umso bemerkenswerter, da Apple im vergangen Quartal keine grösseren neuen Produkte auf den Markt brachte - abgesehen von einem Upgrade des MacBook Air, das jedoch erst ab Juni erhältlich war.

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iPhone als Umsatztreiber

Das ansprechende Ergebnis verdankt der Konzern vor allem dem Verkauf seiner iPhones. Von diesen verkaufte Apple mit 31,1 Millionen rund 5 Millionen Geräten mehr als erwartet - auch dank starken Verkäufen der beiden älteren Modelle 4 und 4+.

Der Verkaufserfolg der alten Modelle (das iPhone 4 hat schon beinahe 3 Jahre auf dem Buckel) hat jedoch dazu geführt, dass der durchschnittliche Verkaufspreis des iPhones auf 581 Dollar gesunken ist - und damit auch die Gewinnmarge in den Keller gefallen ist. Die Apple-Manager betonen jedoch, dass das iPhone 5 sich unter den iPhones bei weitem am besten verkauft. Eine Auflistung nach einzelnen Gerätetypen liefert Apple jedoch nicht.

Keine neuen iPads

Bemerkenswert ist die Zahl der verkauften iPads. Von den  populären Tablett-Computer setzte Apple mit 14,6 Millionen Stück überraschend 14 Prozent weniger ab als im Vorjahresquartal. Hier ist jedoch zu bemerken, dass vor einem Jahr das iPad 3 mit dem Retina Bildschirm auf den Markt kam und zum Verkaufsschlager wurde. Das Fehlen eines neuen Modells in diesem Frühling dürfte die Differenz ausmachen.

Das Fehlen neuer Modelle und noch viel mehr die Einführung von etwas Neuem, einer neuen Produktekategorie ist generell das aktuelle Problem von Apple. Nach der rasanten Wachstumsperiode durch die enormen Verkäufe des iPads und des iPhones in den letzten drei Jahren hat sich das Wachstum stark verlangsamt. Konsumenten und Investoren warten gespannt auf etwas Neues.

Diesen Herbst müsste die reiche Ernte eintreffen. Wenn nicht, wird es für Apple immer enger.