Dass der US-Technologiegigant hinter den Kulissen an einer Smartwatch tüftelt, ist ein offenes Geheimnis. Jüngst hat der iPhone-Hersteller sogar einen Manager aus der Schweizer Uhrenindustrie abgeworben, um die Entwicklung der sagenumwobenen «iWatch» voranzutreiben. Apple selber hat bis heute nichts bestätigt. Der Konzern gibt grundsätzlich keine Information über Produkte in seiner Pipeline preis. 

Dennoch kommen immer mehr Details zu den Uhren-Plänen der Kalifornier ans Tageslicht. So hat das US-Patentamt nun diese Woche dem Konzern ein Patent auf eine «elektronische Armbanduhr» genehmigt und veröffentlicht. Das Dokument ist im Archiv der Behörden unter der Patentnummer «US 8,787,006 B2» hinterlegt. Eingereicht haben das Patent die Apple-Ingenieure Albert Golko, Mathia Schmidt und Felix Alvarez bereits Ende Januar 2011.

«iTime» und nicht «iWatch»

Im Dokument beschreibt Apple ausführlich und detailliert die Funktionen für die schlaue Uhr. Auch mehrere Skizzen sind vorhanden (siehe Bildergalerie oben). Dabei wird die Uhr allerdings «iTime» genannt – und nicht «iWatch».

Die schlaue Uhr soll gemäss den Beschreibungen im Patent ein Teil eines Netzwerkes bestehend aus verschiedenen Geräten sein. Demnach kann die «iTime» sowohl mit dem iPhone, dem iPad als auch mit dem Mac kommunizieren. Die Uhr soll Nachrichten, Mails oder SMS anzeigen können und den Nutzer auf einkommende Anrufe aufmerksam machen. Eingepackt sind zudem ein Beschleunigungssensor und ein Kreiselinstrument, so dasss sich die Bewegungen des Uhrenträgers für diverse Funktionen und Apps genutzt werden können. Gesten sollen die Uhr steuern.

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«Eine unglaubliche Reihe an neuen Produkten»

Zwar sind mit dem veröffentlichten Patent zur «iTime» erstmals Details über eine Uhr von Apple an die Öffentlichkeit gedrungen. Viele Apple-Fans könnten darin den endgültigen Beweis für eine baldige Lancierung des Geräts sehen. Dennoch: Eine Markteinführung steht weiterhin in den Sternen. Die Kalifornier lassen sich nicht in die Karten blicken.

Viel Meinungen von Experten und Gerüchte zielen darauf hin, dass Apple mit dem kommenden iPhone 6 eine Smartwatch im Herbst vorstellen wird. Im November soll sie in den Läden stehen. Analysten rechnen daher mit einem «Monsterherbst» für Apple.

An der letzten Präsentation der Zahlen für das dritte Quartal am vergangenen Dienstag sagte Apple-Chef Tim Cook aber ediglich: «Wir haben eine unglaubliche Reihe an neuen Produkten und Diensten, bei denen wir es nicht erwarten können, sie vorzustellen.»

Wer hat's erfunden?

Apples «iTime» dürfte bei einer möglichen Lancierung aber kaum so aussehen wie im Patentantrag skizziert. Die Designs ändern sich in der Regel bis zu einer tatsächlichen Markteinführung immer wieder. Möglich ist auch, dass es eine solche Uhr nie geben wird. Apple hat in seinen Schubladen viele Patente, die nie umgesetzt werden. Unter den Technologieriesen wie etwa Apple und Samsung tobt ein harter Kampf um Patente. Dabei geht es immer um die selbe Frage: Wer war der Erste?

In der Regel werden die Patente von Apple erst nach der Markteinführung des Produkts veröffentlicht. Das war auch beim iPhone schon so. Doch beim jetzigen Smartwatch-Patent ist das anders. Das könnte darauf hinweisen, dass Apple das «iTime»-Konzept entweder verschoben oder gar verworfen hat. Das Rätselraten um Apples erste Smartwatch dürfte daher weitergehen.

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