Schwarznasenschafe für die Bergrettung oder Google als Sponsor für den Sechseläutenplatz – auch in der Schweiz grassierte am Samstag das Aprilscherz-Fieber. Allerdings vergessen manche Scherzkekse, dass auch am 1. April nicht die ganze Welt zum Scherzen aufgelegt ist.

Welch bittere Konsequenzen vermeintlich harmlose Scherze haben können, musste ausgerechnet ein Schoggiproduzent lernen. In der Türkei hat ein Werbevideo des Schokoladenherstellers Ülker für Ärger gesorgt. Darin legen mehrere Geschwister einander mit Aprilscherzen herein - so weit, so gut. Die abschliessenden Worte des Spots «Die Zeit der Abrechnung ist gekommen» aber provozierten am Montag scharfe Kritik von Ministerpräsident Binali Yildirim. Er interpretierte sie als Verweis auf den gescheiterten Militärputsch vom 15. Juli.

Aktie taucht ab

Yildirim beklagte, dass der «unselige Werbespot» zu «Unbehagen» in der Bevölkerung führe und warf dem Unternehmen vor, die Gefühle der Menschen nicht zu respektieren. Ülker reagierte zwar sofort und schob die Schuld auf die sozialen Medien ab, die Szenen und Aussagen aus dem Konzept gerissen hätten. Doch da war der Schaden schon angerichtet: Der Aktienkurs des Schoggiherstellers fiel im Tagesverlauf zeitweise um bis zu 5 Prozent. Dem Besitzer Murat Ülker, nach Berechnungen von «Forbes» der reichste Mann der Türkei, dürfte spätestens dann das Lachen im Hals steckengeblieben sein.

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Ebenfalls finanzielle Folgen könnte der Scherz-Tag für eine Fitness-Firma aus Deutschland haben. Diese hatte sich am 1. April mit der Nachricht gebrüstet, Fussball-Weltmeister Philipp Lahm als neuen Grossinvestor geangelt zu haben. Um die Geschichte möglichst glaubhaft zu verkaufen, erfanden die findigen Fitness-Unternehmer gar Zitate des ehemaligen Fussballspielers und aufstrebenenden Geschäftsmanns.

«Billiger Werbetrick»

Gar nicht zum Lachen fand diese Aktion «Grossinvestor» Philipp Lahm. Sein Management hat sogar einen Anwalt eingeschaltet. Gegenüber «Bild» sagte Lahm-Berater Roman Grill: «Diese Sache hat nichts mit einem Spass zu tun. In unseren Augen ein billiger Trick, um mit einem Prominenten zu werben». Vielleicht sollte die Fitness-Firma im nächsten Jahr statt auf humorlose Ex-Fussballer auch lieber auf herzige Schafe setzen.

Auch nicht ganz geglückt - erste Firmenlogos:

(jfr, mit Material von sda)