CITIGROUP. Das arabische Emirat Abu Dhabi steckt seine Öl-Milliarden in die kriselnde US-Grossbank Citigroup. Im Gegenzug erhalten die Investoren aus Nahost Anteile an der von der US-Kreditkrise betroffenen Bank. Börsianer in Asien finden das gut. Doch weitere Bankmitarbeiter müssen vor Entlassungen zittern.

Wie die Investmentbehörde des Emirats Abu Dhabi mitteilte, erhält die mit Milliardenbelastungen kämpfende Grossbank eine Finanzspritze in Höhe von 7,5 Mrd Dollar, das sind rund 8,2 Mrd Fr. Im Gegenzug erhalten die Araber einen Anteil von bis zu 4,9% an der Bank. Die Citigroup betonte, dabei handle es sich um ein passives Investment, Abu Dhabi könne keine Vertreter in Aufsichtsgremien entsenden.

Die Aktie ist im Keller

Die Bank hat wegen der Kreditkrise mit Rekordabschreibungen in Milliardenhöhe zu kämpfen. Citigroup-Chef Charles Prince hatte daraufhin Anfang November seinen Hut nehmen müssen. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 45% an Wert verloren.Erst Mitte November hatte sich der staatliche Investmentfonds Mubadala Development Company aus Abu Dhabi mit einem Anteil von 8,1% für 622 Mio Dollar bei dem mit Verlusten kämpfenden Computerchip-Hersteller Advanced Micro Devices (AMD) eingekauft. AMD hatte in den vergangenen vier Quartalen rote Zahlen geschrieben. Allein seit Jahresbeginn summierte sich das Minus auf 1,6 Mrd Dollar. Nach den Nachrichten zur Citigroup stieg der Dollar um 1% gegenüber dem japanischen Yen. Der Verkauf dürfte der Citigroup frisches Geld zuführen. Diese gehört zu den Finanzinstituten, die mit am stärksten von der US-Kreditkrise betroffen sind. Die Tokioter Börse glich ein Minus von 2,1% aus. Die Kreditkrise führt bei der Citigroup nach einem Medienbericht zu weiteren Einsparungen. Unter Berufung auf interne Informationen berichtete die «Financial Times Deutschland», dass über die bereits bekannten 17000 Stellenkürzungen hinaus noch bis zu 28000 weitere Jobs gestrichen würden.

Anzeige