Die Bauarbeiten am neuen Flagshipstore der spanischen Modekette Zara in Zürich sind gestoppt. Das meldet die Gewerkschaft Unia: Die sonst auf der Baustelle tätigen Arbeiter hätten sich heute morgen beim Eintreffen kollektiv dazu entschieden, die Arbeit nicht aufzunehmen, sagte Lorenz Keller, Mediensprecher bei Unia Zürich-Schaffhausen. «Deshalb wurde die Arbeit auf der Baustelle im Bally-Haus heute eingestellt.»

Zara baut derzeit im «Bally-Haus» an der Zürcher Bahnhofstrasse einen neuen Flagshipstore. Wie am Freitag publik wurde, sind die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten katastrophal: Gemäss übereinstimmenden Aussagen und entsprechenden Dokumenten, die der Gewerkschaft Unia vorliegen sollen, werden Löhne von nur 900 bis 2000 Euro bezahlt.

Wochenarbeitszeit von 60 Stunden

Dafür müssten die rund 30 bis 40 betroffenen Arbeiter aus dem Bauhaupt- und Ausbaugewerbe bis zu 60 Stunden pro Woche arbeiten. «Damit werden sämtliche geltenden Gesamtarbeitsverträge massiv verletzt», teilt die Gewerkschaft mit.

Unia-Sprecher Keller hofft nun, dass der spanische Modekonzern Gespräche aufnehmen wird zur Besserung der Arbeitsbedingungen. Zara ist nach Angabe von Keller nämlich nicht nur Mieterin der Liegenschaft, sondern stellt mit ihrem Tochterunternehmen «Goainvest» auch die für die Realisation des Innenausbaus verantwortliche Firma. Die spanische «Goainvest» sei zu 100 Prozent im Besitz der Inditex, dem Mutterhaus des ZARA-Konglomerats. Zara selbst reagierte auf eine Anfrage von handelszeitung.ch noch nicht auf die Verwürfe von Unia.

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