DETAILHANDEL.

Der deutsche Touristik- und Warenhauskonzern Arcandor (vormals Karstadt-Quelle) baut mit Hochdruck an einer neuen paneuropäischen Kaufhauskette mit edlen Teilnehmern aus Deutschland, Italien und Frankreich. Wie die «Handelszeitung» am Rande der Arcandor-Medienkonferenz anlässlich der Vorstellung der Quartalsumsätze am Dienstag dieser Woche erfuhr, möchte Arcandor auch das Zürcher Warenhaus Jelmoli in diese Edelkaufhausgruppe ziehen.

Aus verlässlichem Konzern-umfeld von Arcandor wird bestätigt, dass Jelmoli an der Bahnhofstrasse «natürlich als ein prima Haus sowie ein interessanter Standort» gesehen wird. Jelmoli würde zur Gruppe passen.Damit verdichten sich frühere Vermutungen, dass Arcandor an Jelmoli interessiert ist. Robert Fieg, Leiter Jelmoli-Warenhaus Zürich, verweist auf die Jelmoli Holding, die für derartigte Geschäfte verantwortlich sei. Holding-CEO Harald Pinger «weiss zwar um die Diskussion über die Premium Group» dementiert gegenüber der «Handelszeitung» jedoch Beitrittsabsichten. «Ich sehe den Vorteil der Gruppe nicht», meint Ex-Karstadt-Manager Pinger eher skeptisch und verweist darauf, dass sich Jelmoli selber auch nicht als «Weltstadt-Haus» sehe.

Auch Printemps gehört dazu

Zu der als Premium Group positionierten eigenständigen neuen Warenhausgruppe werden Italiens renommierteste Kaufhauskette La Rinascente und Frankreichs Traditionskette Printemps gehören. In einem Letter of Intent wurde diese Woche eine Überkreuzbeteiligung zwischen Arcandor, Printemps und La Rinascente in Höhe von jeweils 25% verkündet.Startschuss wird 2008 sein, vorausgegangen seien «monatelange Verhandlungen», sagt ein Arcandor-Vertrauter. Neben Jelmoli könnten weitere Partnerhäuser aus St. Petersburg, Moskau und Istanbul zur Premium Group gehören.

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