Nach dem für Arpida vernichtenden Bescheid aus den USA im November hat der Arpida-Verwaltungsrat nun einschneidende Massnahmen beschlossen. Wie schon Ende November angekündigt, wird die Belegschaft von 80 nun per sofort auf bloss noch 20 Personen reduziert.

Darüber hinaus will der Verwaltungsrat auch sonst alle Aktivitäten stoppen, die nicht der Kernzielsetzung dienen, nämlich dem Antibiotikum Iclaprim doch noch zum Durchbruch zu verhelfen. Auch alle nicht damit zusammenhängenden Forschungsaktivitäten sollen ausgesetzt werden. Der Forschungschef, Sergio Lociuro, und der Entwicklungschef, Paul Hadvary, werden das Unternehmen zudem «im gegenseitigen Einvernehmen» verlassen.

Iclaprim, das Antibiotikum gegen schwere Hautinfektionen im Spital, ist die «Alles-oder-nichts-Wette» von Arpida. Ohne eine Zulassung hat das Unternehmen keine Überlebenschance. Im November hat ein Expertengremium der US-Zulassungsbehörde FDA sich gegen Iclaprim ausgesprochen.

Arpida setzt zumindest nach aussen hin weiterhin auf den Erfolg von Iclaprim. In den kommenden Monaten erwartet man die vollständige Stellungnahme der FDA, will dann die Dokumente mit Hilfe externer Experten auswerten und eine Plattform für die klinische Weiterentwicklung von Iclaprim definieren, die letztlich eine Zulassung erreichen soll.

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Cash-Bestand sinkt rapide

Das Prinzip Hoffnung, dem sich Arpida verschrieben hat, ist allerdings für ein Biotechunternehmen ohne laufende Erträge teuer. Arpidas Cash-Bestand wird sich per Ende Jahr bloss noch auf 38 Mio Fr. belaufen. Bisher hat das Unternehmen monatlich 4,5 Mio Fr. verbrannt. Dank dem geschäftlichen Tiefkühlzustand sollen diese Kosten nun auf etwa 1 Mio Fr. pro Monat gesenkt werden können und sich per Ende 2009 noch auf 17 Mio Fr. belaufen.

Dass Arpida ihr Produkt mit diesen knappen finanziellen und personellen Ressourcen als unabhängiges Unternehmen tatsächlich noch zum Erfolg führen kann, bleibt zweifelhaft. Wahrscheinlicher ist, dass ein anderes kleines Biotechunternehmen sich Arpida günstig einverleiben wird, um sich so einen schnellen Börsenzugang zu erkaufen.