Die Art Basel bildet zusammen mit der 51. Biennale von Venedig - welche idealerweise drei Tage zuvor eröffnet hat - den Höhepunkt des Kunstsommers 2005.

Hier werden jeden Sommer Kontakte geknüpft und Meinungen ausgetauscht, werden klassische Meisterwerke bestaunt, und es wird über junge und jüngste Kunst diskutiert und natürlich wird auch gekauft. Die zahlreichen Events und Ausstellungen rund um die Messe tragen zur ungebrochenen Attraktivität der Art Basel bei.

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Alle künstlerischen Gattungen sind vertreten: Malerei, Zeichnungen und Editionen, Skulpturen und Installationen bis zu Fotografie, Performance, Internet- und Videokunst. Werke für einige tausend Franken von jungen, noch unbekannten Künstlern werden ebenso angeboten wie museale Meisterwerke für mehrere Millionen Franken. Auch in diesem Jahr wird wieder die vor zwei Jahren eingeführte «Aktion gelber Punkt» durchgeführt, die den Besuchern signalisiert, dass ein Kunstwerk weniger als 5000 Euro kostet.


Kunst, die den üblichen Rahmen sprengt

Die 270 ausstellenden Galerien wurden von einer internationalen Jury, dem Art Committee, nach strengen Qualitätskriterien aus 810 Bewerbungen ausgewählt.

Die Plattform «Art Unlimited» wurde von der Art Basel im Jahr 2000 als Experiment gestartet. Inzwischen ist sie eine beliebte Ergänzung der Kunstmesse. In der Messehalle 1 sind auf 12000 m2 72 Installationen, Wandmalereien, Grossskulpturen, Fotoserien, Videoprojektionen, Performances und Werke digitaler Kunst zu sehen und zu kaufen, die den üblichen Rahmen von Ausstellungsständen, Galerien oder Museen sprengen.

Künstlerinnen und Künstler aus 27 Ländern nehmen an der «Art Unlimited» teil. Viele der Werke, die die Jury in diesem Jahr aus einer Rekordzahl von 170 Bewerbungen ausgewählt hat, wurden speziell für die Art Basel geschaffen. Sie werden ergänzt durch ausgesuchte Werke, welche bereits in den letzten Dekaden berühmt geworden sind. Die Teilnehmerliste liest sich wie das Who's who der aktuellen internationalen Kunstszene. Die Künstlerliste reicht von Daniel Buren über Marina Abramovic bis zu Walter de Maria und beinhaltet zudem vor allem junge Talente.

Auch der Ausstellungsplatz vor dem Messegebäude wird zur Bühne für Kunstwerke im öffentlichen Raum. Zehn Künstlerprojekte sind hier während der Messe zu sehen und zu kaufen. Mit diesen «Public Art Projects» bietet die Art Basel eine multimediale Plattform für Kunstschaffende an, die nach einer Alternative zum «White Cube» in der Ausstellungshalle suchen. So sind diese Projekte denn auch keine traditionelle Skulpturenausstellung, sondern Interventionen im urbanen Raum, die in direkten Kontakt mit dem Betrachter treten und auf poetische, befremdliche oder überraschende Weise in den Alltag der Passanten eingreifen.

In der «Art Unlimited»-Halle befindet sich wiederum das Begegnungs- und Vermittlungszentrum, welches jeweils rege frequentiert wird. Es beinhaltet neben dem Informationsdesk eine Kunstbuchhandlung, eine Videothek sowie Terminals mit digitalen Kunstprojekten im Internet oder auf elektronischen Datenträgern. Ebenfalls befindet sich hier das Kommunikationsforum «Art Lobby», wo Interessierte mehrmals am Tag Künstler und Kunstvermittler kennen lernen können.


Spezialpräsentation mit Künstlerbüchern

Erstmals wird in der «Art Unlimited»-Halle eine Spezialpräsentation mit Künstlerbüchern eingerichtet. Die Ausstellung «Artists'Books» stellt eine Auswahl beachtenswerter Exemplare vor, die seit dem Jahr 2000 geschaffen wurden. Diese sollen Einblick in die Vielfalt und Lebendigkeit dieses interessanten und erschwinglichen Sammlungsgebietes geben und deren aussergewöhnliche Bandbreite aufzeigen. Künstlerbücher haben ihren Ursprung in den 60er Jahren, mit Werken der Pop Art, Concept Art, Fluxus und des Nouveau Réalisme und Neodadaismus. Zahlreiche Künstler haben sich parallel zu ihrer sonstigen Kunstproduktion immer wieder dieses Genres bedient und dem Publikum so Kunstwerke zur Verfügung gestellt, die das Format und meist auch den Preis eines Buches haben. Diese Objekte sind zwar seit mehreren Jahrzehnten in den Sammlungen der Kunstinstitutionen vertreten, doch sind sie bis heute dem breiten Publikum weit gehend unbekannt geblieben.

Auch auf Kunstmessen sind Künstlerbücher bisher nur marginal vertreten. Ein Grund dafür ist, dass die Kunstmessestände dafür zu teuer und für die Präsentation wenig geeignet waren. Mit der Einladung an Galerien und spezialisierte Herausgeber aus aller Welt, ihre Künstlerbücher auf der Art Basel zu zeigen, soll dieser eher stillen Kunstform eine ideale Plattform geschaffen werden, um sie einem internationalen Publikum vorzustellen und zu verkaufen. Geplant ist, die Ausstellung durch Informationsveranstaltungen mit Künstlern und Herausgebern zu ergänzen. Die «Artists' Books» wird vom Genfer Kurator und Verleger Lionel Bovier und dem Basler Galeristen und Buchhändler Diego Stampa organisiert.

Auch in diesem Jahr werden 17 Einzelausstellungen junger Künstlerinnen und Künstler aus sechs Ländern im Spezialsektor «Art Statements» zu sehen sein, die aus 218 Bewerbungen ausgewählt wurden.


Ein Fenster für junge und jüngste Kunst

Dieser Sektor bietet den Galerien und ihren jungen Künstlern und Künstlerinnen mit Förderkojen zu stark ermässigten Preisen eine Plattform, dank der sie sich internationale Beachtung verschaffen können. Hier begeben sich Sammler, Galeristen und Museumskuratoren auf «Trüffeljagd». Alljährlich werden hier Künstler und Künstlerinnen entdeckt und für Ausstellungsprogramme von Kunsthallen und Museen ausgesucht.

Den Besuchern erlauben diese Projekte interessante Einblicke ins Schaffen der jüngsten Künstlergeneration. Bei den «Art Statements» wird vor allem schwierige, nicht leicht konsumier- und kommerzialisierbare Kunst präsentiert, die speziell für die Art geschaffen wurde. Von Malerei, Installationen, Skulptur, Fotografie, Videos und digitalen Medien bis zur Performance sind alle Medien vertreten.

Seit 1999 fördert die Bâloise-Versicherungsgruppe herausragende «Statements» mit einem Kunstpreis in Höhe von insgesamt 50000 Fr.

Die Trends der internationalen Gegenwartskunst sind jedoch nicht nur in den Sektoren «Art Statements» und «Art Unlimited» zu entdecken, sondern auch an zahlreichen anderen Galerieständen. An keiner anderen Kunstmesse sind so viele junge Künstler und führende Galerien für zeitgenössische Kunst aus aller Welt vertreten wie in Basel.


Kunstmesse Art Basel: Informationen für die Besucher

- Öffnungszeiten: Mittwoch, 15., bis Montag, 20. Juni 2005, täglich von 11 bis 19 Uhr

- Preise: Tageskarten 30 Fr.; Dauerkarte 70 Fr.; Studenten/AHV 18 Fr.; Abendkarte ab 17 Uhr für 10 Fr.

- Katalog: Rund 600 farbige Abbildungen von Kunstwerken. Preis: 55 Fr.

- Kinderbetreuung: Kinder und Jugendliche von 3 bis 15 Jahren werden spielerisch an die Kunst herangeführt, während die Eltern die Kunstmesse besuchen. «Art Kids» ist für Messebesucher gratis.


Museumsangebot: Ausstellungen in und um Basel

Hochkarätig sind auch die Museumsausstellungen während der Art Basel: So zeigt die Fondation Beyeler in Riehen BS: Pablo Picasso und der Surrealismus 19241939; das Museum Jean Tinguely: Bewegliche Teile. Formen des Kinetischen; die Kunsthalle Basel: Tomma Abts; das Kunstmuseum Basel: Covering the Real; das Kunstmuseum Basel/Museum für Gegenwartskunst: Simon Starling; das Schaulager: Jeff Wall: Photographs 19782004; das Architekturmuseum Basel: Diener, Federle, Wiederin; das Kunsthaus Baselland in Muttenz: Space Invaders und das Vitra Design Museum in Weil am Rhein (D): Gaetano Pesce Das Rumoren der Zeit. (ba)


Rahmenprogramm: Veranstaltungen rund um die Art

Der Spezialsektor «Art Film» wird dieses Jahr von Gianni Jetzer, dem Leiter der Kunsthalle St. Gallen, kuratiert. Im Stadtkino Basel werden hochkarätige Filme und Videoarbeiten aus Europa, Amerika und Asien zu sehen sein. Am Donnerstag, 16. Juni 2005, führt der amerikanische Starregisseur Sydney Pollack als Kunstwelt-Premiere seinen Dokumentarfilm über das Leben und die Architektur des Kanadiers Frank O. Gehry vor. Sydney Pollack und Frank O. Gehry werden anwesend sein. Der Kunstsammler This Brunner, eine führende Persönlichkeit der Schweizer Filmszene, präsentiert als Schweizer Premiere am Samstag, 18. Juni 2005, «Top Spot», den ersten abendfüllenden Spielfilm der englischen Künstlerin Tracey Emin.

Auch in diesem Jahr finden wiederum die «Art Basel Conversations» statt. Sie dienen dem Austausch und dem Networking in der Kunstszene. Museumsdirektoren, Kuratoren von Biennalen, Sammler, Künstler und Architekten diskutieren hier. Sie stellen laufende und kommende Projekte vor, berichten über ihre Erfahrungen und Herausforderungen und ermöglichen so einen Insiderblick in die Kunstszene. Vom Donnerstag, 16. Juni, bis Sonntag, 19. Juni 2005, finden die Gespräche jeweils von 10 bis 11.30 Uhr im Bulgari-Pavillon statt. Die Veranstaltungen sind öffentlich, der Eintritt ist frei.

Der im letzten Jahr neu eingeführte «Professional Day» findet in diesem Jahr am Freitag, 17. Juni, von 11 bis 14 Uhr statt. Der Besuch dieses Anlasses ist nur für Kunstfachleute auf Einladung der Galerien und des Show Managements möglich. Zahlreiche Galerien organisieren hierfür besondere Ausstellungen und Anlässe. (ba)


Neue Galerien: 2005 zum ersten Mal dabei

Stephen Daiter Gallery (Chicago) und Robert Koch Gallery (San Francisco).


Klassiker des 20. Jahrhunderts

Richard Nagy Fine Art (London), Kunsthandel Jörg Maass (Berlin), Galerie Daniel Malingue (Paris), Galerie Natalie Seroussi (Paris), Fleisher/Ollman Gallery (Philadelphia).

1301PE (Los Angeles), Galerie Anhava (Helsinki), BQ Jörn Bötnagel und Yvon Quirmbach (Köln), Galleri Andreas Brändström (Stockholm), Peter Freeman (New York), Kurimanzutto (Mexiko), Stuart Shave Modern Art (London), Galleria Franco Noero (Turin), Praz-Delavallade (Paris) und XL Gallery (Moskau). Die Galerie Roger Pailhas (Marseille) stellt nach einer kurzen Pause wieder aus.