Im Mai zog die MCH Group als Veranstalter der Art Basel und Art Basel Miami gegen den Sportartikelriesen Adidas in den USA vor Gericht. Stein des Anstosses: Die Deutschen hatten im November zuvor anlässlich der Art Basel Miami eine Spezialkollektion des Klassikers EQT mit mindestens 1000 Stück lanciert. Für die Nutzung des geschützten Art-Basel-Schriftzugs fehlte ihnen aber die Autorisierung. Nun ist die Streitfrage geklärt – mit Vorteil für die MCH Group.

In einem Statement bereut Adidas sein Vorgehen in Florida und gibt zu, weder Partner noch Sponsor der Art Basel Veranstaltung gewesen zu sein. Weiter zeigt sich das Unternehmen erfreut darüber, dass der Rechtsstreit nun einvernehmlich beigelegt werden konnte.

Starke Forderungen

Auch Art Basel ist zufrieden mit der Einigung, wie der Medienverantwortliche Sam Talbot sagt. Dies zeige, dass es ihnen gelinge, ihren Brand aktiv gegen Markenverletzungen zu schützen. Weitere Details zur Einigung gibt aber auch er nicht preis.

Daher ist auch nicht bekannt, inwieweit die MCH Group ihre Forderungen durchsetzen konnte. In seiner Klage hatte das Unternehmen mit Sitz in Basel von Adidas unter anderem verlangt, dass sämtliche Turnschuhe und alle weiteren Dinge, die mit dem Logo versehen seien, zerstört würden. Dazu soll Adidas Gewinne abliefern und Schadenersatz zahlen.

Täuschung der Kunden

Ebenfalls müsse der deutsche Turnschuhproduzent die Öffentlichkeit über seine Täuschung aufklären, so die Klageschrift. Denn die Schuhe sind einfach zu erkennen: Das Markenzeichen Art Basel befindet sich prominent auf der Zunge des Schuhs, in gleicher Grösse und direkt unter dem Adidas-Schriftzug und -Logo.

Auch auf den Anhängeetiketts und den Schuhkartons werden die Modelle mit dem Namen Art Basel ausgewiesen. Damit entstehe der Eindruck, dass zwischen dem Kunstmesseveranstalter und Adidas eine Verbindung bestehe, führt die Klage weiter aus. Nicht nur Art Basel werde dadurch geschädigt, sondern auch die Käufer getäuscht.

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Durch Rechtsstreit noch teurer

Wegen der Geheimhaltungsvereinbarung der beiden Parteien, bleibt nun aber unklar, was mit den betreffenden Schuhen geschieht. Wie das Branchenportal «The Fashion Law» schreibt, werden diese auf Plattformen wie Ebay für Preise zwischen 150 und 600 Dollar gehandelt.

Falls Adidas tatsächlich deren Zerstörung zugestimmt hat, könnte dies gemäss der Einschätzung des Branchenportals ungewollte Folgen haben. Denn müssten die Deutschen Teile der bereits sehr kleinen Kollektion zerstören, würden Restpaare noch gesuchter und folglich teurer. Vielleicht also gibt ein Blick auf die Verkaufsportale bald Aufschluss über den Inhalt der geheimen Vereinbarung.